Klaus Esser
Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! In meinem Wahlkreis, dem Kreis Düren, etwa drei Kilometer von meinem Wohnort entfernt, hat im Spätsommer der Hürtgenwald auf einer Fläche von etwa 300 ha gebrannt. Es war der größte Waldbrand, seitdem dies aufgezeichnet wird, also seit dem Zweiten Weltkrieg. Knapp 2.000 Männer und Frauen waren dort ebenso wie diverse Blaulichtorganisationen, die Bundeswehr und zeitweise auch – wofür wir im Kreis Düren sehr dankbar waren – bis zu zehn Hubschrauber im Einsatz. Diese haben Wasser aufgenommen und punkt-15.10.2026 genau abwerfen können. Ein Helikopter hat dabei die Brandbeobachtung übernommen. Die anderen sind Umläufe geflogen und haben das Löschwasser herangebracht. Am Boden haben viele ehrenamtliche und auch hauptamtliche Kräfte die Glutnester weiter bekämpft. So konnte dieser große Flächenbrand nach kurzer Zeit eingedämmt und unter Kontrolle gebracht werden. Die Ursache des Brands – auch das soll hier erwähnt werden – war höchstwahrscheinlich leider Brandstiftung. In der Region gab es zeitgleich acht Vegetationsbrände. Es gab natürlich – das ist in der Debatte schon angeklungen – brandbegünstigende Umstände. Es war seit Wochen trocken, Niederschläge blieben aus. Die Feuerwehr spricht von dieser 3-mal-30-Regelung: über 30 Grad, weniger als 30 % Luftfeuchtigkeit und Windstärken von 30 m pro Sekunde. Was hat diese besonders schwierige Lage gezeigt? Aus meiner Sicht – das mag den einen oder anderen vielleicht überraschen, muss aber mal erwähnt werden –: kommunale Leistungsfähigkeit, und zwar in Zeiten, in denen vieles kommunal eben nicht gut funktioniert. Aus meiner Sicht beginnt ein leistungsfähiger Katastrophenschutz – darum geht es bei diesem Antrag im Wesentlichen – vor Ort, an der Basis. Stellen Sie sich mal vor, die Brandbekämpfung im Hürtgenwald wäre zentral koordiniert worden, wie das in Belgien im Hohen Venn gemacht wird; da ist es anders organisiert. Stellen Sie sich mal vor, in Deutschland würde Brandbekämpfung aus Berlin oder von mir aus auch aus Düsseldorf koordiniert. Das hätte unnötig lange gedauert. Ich glaube, dann wäre viel mehr Wald und viel mehr Eigentum und vielleicht auch in der Ortschaft Gey das eine oder andere Haus verbrannt, was ja zum Glück verhindert werden konnte. Wenn etwas gut läuft, darf man das auch benennen. Da bin ich auch Lokalpatriot genug, um zu sagen, dass mein Heimatkreis eine sehr gute Figur abgegeben hat. Zum Antrag der FDP. Im Antrag wird neben vielen anderen Punkten, die teilweise sehr sinnvoll sind, die Anschaffung von Löschflugzeugen gefordert und als Beispiel der Brand im Hohen Venn im benachbarten Belgien in der Grenzregion genannt, wo erfolgreich diese kleineren schwedischen Flugzeugmodelle eingesetzt wurden, die dann in deutschen Talsperren Wasser aufnehmen konnten. Bei Löschflugzeugen gibt es allerdings – das habe ich während des Brandes schon mit Feuerwehrleuten besprechen können, weil sich das zeitlich ein bisschen überschnitten hat – mehrere Details, die man beachten muss. Die Flugzeuge können nur als reine Löschflugzeuge genutzt werden. Die stehen lange Zeit irgendwo in irgendeinem Hangar, sollen aber – Kollege Pfeil hat es eben angesprochen – relativ schnell und auf den Punkt einsetzbar sein. Es ist gar nicht gesagt, dass das wirklich machbar ist. Landtag Beachten muss man auch, dass es wenige Punkte gibt, an denen Wasser aufgenommen werden kann. Im Gegensatz zu Hubschraubern, die punktuell Wasser aufnehmen, brauchen die Flugzeuge eine etwas längere Strecke. Aus Sicht der Feuerwehrleute kam immer ein Argument: Wenn so ein Flugzeug über einen hinweg fliegt und auf einen Streifen vier bis sechs Tonnen Wasser ablässt, muss man unten halt erst einmal alles beiseite räumen. Bei einem Hubschrauber kann es punktgenau passieren. Die Feuerwehr kann in relativer Nähe daneben stehen bleiben und dann die weiteren Löscharbeiten ausführen. Ein zutreffender Punkt, der in dem Antrag genannt wird, ist allerdings – das war auch im Hürtgenwald Thema – die Funkverbindung. Das muss besser werden. Eine funktionierende Kommunikation ist notwendig und im Ernstfall eben auch überlebensnotwendig. Im Antrag werden also wichtige und richtige Punkte angesprochen. Nicht alles ist aus unserer Sicht zielführend. Bei der Frage, ob Löschflugzeuge – angeschafft und vorgehalten durch das Land NRW – eine gute Lösung sind, bin ich ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch. Aus meiner Sicht – das ist aber auch wirklich nur die Sicht nach dem Hürtgenwaldbrand – haben sich die Hubschrauber sehr bewährt. Drohnen dagegen sind insbesondere für die Brandbeobachtung sicherlich ein sehr probates Mittel. Ich möchte am Ende meiner Rede einen besonderen Dank nicht nur an die Blaulichtorganisationen aussprechen, die immer und auch zu Recht Erwähnung finden und hervorragend mitgearbeitet haben. Ich möchte auch eine Gruppe nennen, die oft hintenüber fällt: die Landwirte. Das sind nicht nur medial vertretene Landwirte wie Herr Markus Wipperfürth, sondern auch viele lokale Landwirte, die in der Situation ungenannt bleiben, die aber ihre Ressourcen und Material eingesetzt haben und dabei mitgeholfen haben, dass dieser Brand schnell gelöscht werden konnte. Dafür unsere Hochachtung und unser Dank! Zu dem vorliegenden Antrag werden wir uns enthalten. – Danke schön. (Beifall von der AfD)
