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Daniel Hagemeier

CDU 15.10.2026 Sitzungen 18/133

Danke schön. – Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Stellen Sie sich bitte Folgendes vor: Sie haben einen Gesundheitsberuf erlernt, Sie bringen Erfahrung mit, Sie lernen eine neue Sprache, Sie ziehen mit Ihrer Familie nach Nordrhein-Westfalen, Sie wollen hier leben und arbeiten – und dann warten Sie auf die Anerkennung Ihres Abschlusses, auf eine Rückmeldung, auf Klarheit darüber, wann Sie Ihren Beruf wieder ausüben dürfen. Gleichzeitig werden Ihre Fähigkeiten dringend gebraucht: im Krankenhaus, in der Pflegeeinrichtung und in der Praxis nebenan. Das ist leider die Realität des Alltags. Gleichzeitig altert unsere Gesellschaft – mit der Folge, dass sowohl der medizinische als auch der pflegerische Versorgungsbedarf aus naheliegenden Gründen zunehmen. 15.10.2026 Hier besteht dringender Handlungsbedarf; denn gerade der Gesundheitsbereich ist ein wesentlicher Teil der dem Staat obliegenden Daseinsvorsorge. Deshalb beraten wir heute den vorliegenden Antrag von CDU und Grünen. Internationale Gesundheitsfachkräfte tragen schon heute wesentlich zu unserer Versorgung bei. In der Pflege hat inzwischen rund jeder fünfte Beschäftigte eine ausländische Staatsangehörigkeit. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen – für unsere Eltern, für unsere Kinder, für uns alle. Wer sich für Nordrhein-Westfalen entscheidet, soll hier deshalb noch verlässlichere Orientierung und klarere Perspektiven finden. Das beginnt bereits beim Anerkennungsverfahren. Unser Land hat hier bereits wichtige Verbesserungen angestoßen und umgesetzt: bei den Anforderungen an Unterlagen, bei der Digitalisierung, und mit der Zentralen Anerkennungsstelle für Gesundheitsberufe bei der Bezirksregierung Münster haben wir eine zentrale Anlaufstelle. Daran knüpfen wir an. Denn eines ist klar: Wir brauchen dringend Ärzte und Pflegefachkräfte, auch aus dem Ausland. Doch komplizierte Verfahren und Bürokratie bremsen sie aus. Aus Gesprächen mit Betroffenen wissen wir, wo genau es hakt: Die Anerkennung dauert oft zu lange, viele wissen nicht, wie weit ihr Antrag ist, die Ansprechpartner wechseln, und auch der Einstieg in den Beruf ist oft schwierig. – Das kostet Zeit und Kraft und belastet Familien. Wir wollen das ändern. Betroffene sollen den Stand ihres Antrags online verfolgen können. Informationen müssen in mehreren Sprachen verfügbar sein. Auch der Einstieg in die Praxis soll leichter werden. Denn wer bei uns helfen will, darf nicht an unnötigen Hürden scheitern. Lassen Sie mich das genauer erklären. Erstens. Die Verfahren müssen noch verständlicher und transparenter werden. Wer einen Antrag stellt, sollte jederzeit nachvollziehen können: Wo steht mein Verfahren? Was fehlt noch? An wen kann ich mich wenden? – Deshalb wollen wir die Digitalisierung voranbringen und digitale Statusübersichten prüfen. Mehrsprachige Informationen und verständliche Formulare sollen den Zugang insgesamt erleichtern. Davon profitieren im Ergebnis alle, auch die Beschäftigten in den Behörden. Zweitens. Wir wollen den Übergang in die Versorgung verbessern. Eine erfolgreiche Anerkennung ist entscheidend. Aber anschließend müssen die Menschen auch tatsächlich im Beruf ankommen. Deshalb sollen Möglichkeiten für Hospitationen und Praxiseinstiege geprüft werden, ebenso Vorbereitungskurse auf Kenntnisprüfung und Einführungsangebote: Wie funktionieren die Dokumentation, die Kommunikation und die Arbeitsabläufe in unserem Gesundheitswesen? – Auch beim Einsatz von Ärztinnen Landtag und Ärzten mit Berufserlaubnis brauchen wir klare Regelungen. Die notwendigen Prozesse hierfür wollen wir anstoßen. Drittens. Wir wollen vorhandene Kompetenzen weiter und besser einbinden. Dazu gehören die Gutachterkapazitäten und die Zusammenarbeit mit den Kammern. Dazu gehört auch die Prüfung, wie Verfahren bundesweit stärker vereinheitlicht werden können. Für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie brauchen wir zudem zeitgemäße Berufsgesetze. Bei all diesen Schritten gilt natürlich: Patientensicherheit, Qualität und Rechtssicherheit müssen dabei gewährleistet sein. Gleichzeitig widmen wir uns noch stärker den Anliegen der Familien. Denn wer dauerhaft bleiben soll, braucht Unterstützung beim Ankommen. Verlässliche Ansprechpartner und gute Beratung gehören selbstverständlich zu einer wirklichen Willkommenskultur. Dieser Antrag verbindet Wertschätzung mit konkreten Verbesserungen. Wir wollen, dass qualifizierte Menschen ihre Fähigkeiten schneller zum Wohle der Menschen und unseres Gesundheitswesens einbringen können und dass insbesondere Patientinnen und Patienten davon in der Praxis ganz konkret profitieren. Mit dem vorliegenden Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen setzen wir hierfür die richtigen Impulse – im Sinne der Menschen, um die es geht, und für die Zukunft des Gesundheitsstandorts Nordrhein-Westfalen. Ich bitte daher auch um Ihre Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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