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Thomas Nückel

FDP 17.09.2026 Sitzungen 18/130

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, der Niedergang der gamescom existiert nur in schlechten Träumen der AfD. In Köln waren viele dabei – einige wurden schon genannt –: XBOX, Ubisoft, Capcom, SEGA, Konami, Nintendo. Nintendo zählt für die AfD bestimmt nicht, weil das Unternehmen mit Super Mario einen italienischen Klempner hat, den Sie bestimmt remigrieren wollen. (Heiterkeit von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN – Sven Werner Tritschler [AfD]: Der arbeitet ja, Herr Kollege! Das ist die Ausnahme!) Der Verband der deutschen Games-Branche stellt fest, dass die Zahl der Unternehmen in NRW und in Deutschland wieder steigt. Das ist auch kein Wunder: 41,2 Millionen Menschen in Deutschland haben Spaß an Computer- und Videospielen. Die gamescom war zum ersten Mal ausgebucht. Hersteller wie Rockstar Games und Sony Interactive Entertainment waren nicht dort. Aber zum Beispiel bei Rockstar ist die Abwesenheit kein Wunder und keine Überraschung; denn GTA 6 erscheint erst im November. Die Firma will mit ihren Werbegeldern natürlich bis dahin warten. Eine Krise der gamescom und der Gamesbranche? Ich weiß nicht, warum Sie die Branche unbedingt dadurch schädigen wollen, dass Sie sie niederschreiben. Landtag (Sven Werner Tritschler [AfD]: Bitte!) Lachen musste ich, als Sie sich in Ihrem Antrag über die Kommerzialisierung beklagten. Noch einmal zum Mitschreiben: Die Messe ist ein Ort, an dem es nur darum geht, Produkte zu bewerben, sie zu verkaufen oder sie sich anzuschauen, um eine Kaufentscheidung zu treffen. Die gamescom war nie ein gemeinnütziger Computerspielverein. Publisher stellen dort ihre Produkte aus, Hardwarehersteller stellen ihre Geräte aus, Sponsoren wollen natürlich Aufmerksamkeit, und auch die Koelnmesse will Geld verdienen. Ich finde, das ist doch gut so. Natürlich wollen Unternehmen auf der gamescom ihre Produkte und Marken präsentieren. Gleichzeitig wurden dort dieses Jahr fast 900 Spiele gezeigt, bei einer Rekordzahl von 1.743 Ausstellern. Wo genau wird da Spielangebot verdrängt, wie Sie behaupten? Natürlich muss eine Messe im Wettbewerb bestehen. Natürlich muss das Land auch dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Natürlich sollte der Bund endlich auf eine, so finde ich, verlässliche steuerliche Förderung umstellen, wie sie erfolgreiche Gamesstandorte in Frankreich, Kanada und Großbritannien längst kennen. (Beifall von Tim Achtermeyer [GRÜNE]) Es gibt also eine Menge zu tun; klar. Aber Ihr Antrag ist für all das nicht nützlich. Im Gegenteil: Er schädigt das Ansehen der gamescom und der Koelnmesse. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP, der CDU und den GRÜNEN)

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