Björn Franken
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Früher war in Nordrhein-Westfalen die Kohle ein Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Heute wissen wir: Wohlstand und Wachstum wird es künftig nur noch dort geben, wo Künstliche Intelligenz am effizientesten angewandt wird. Aufgabe einer verantwortungsvollen Politik ist es, den hierfür notwendigen Rahmen zu setzen. Das tun wir in den letzten Jahren mit großem Erfolg auf unserem Weg von der Kohle zur KI. Landtag Die bei uns angesiedelten Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind ein zentraler Bestandteil wegweisender Innovationen. Wissenschaft, Wirtschaft und Politik arbeiten eng zusammen, um zum einen Risiken abzuwägen, aber vor allen Dingen, um die großen Chancen, die die Künstliche Intelligenz bietet, nutzbar zu machen. So hat sich unser Bundesland in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Standorte in Europa entwickelt, was Künstliche Intelligenz angeht. Eine zentrale Rolle wird künftig immer mehr die Embodied AI spielen, also Künstliche Intelligenz eingebettet in ein physisches System. Diese KI interagiert mit ihrer Umwelt, sammelt Erfahrungen und lernt aus diesen Erfahrungen. Ein Teil dieser Embodied AI ist die sogenannte KI-basierte Robotik. KI-basierte Robotik made in NRW bietet besonders für unsere Wirtschaft und explizit für den Mittelstand sehr großes Potenzial. Sie ist eine maßgebliche Antwort auf die Herausforderungen der Industrie 4.0 und auf den Fachkräftemangel. Forschung, Entwicklung und der erfolgreiche Transfer KI-basierter Robotik in die Praxis werden immer wichtiger für unsere Wertschöpfung und für unser Bestehen im internationalen Wettbewerb. Ein wichtiges Element ist dabei auch, die neuen Entwicklungen für die Menschen im Land erlebbar und erfahrbar zu machen, damit Ängste und Vorbehalte abgebaut werden können. Bereits heute wird in NRW intensiv zu den für die Wirtschaft relevanten Arbeitsfeldern KI-basierter Robotik geforscht, auch an der Sicherheit solcher Systeme. Doch dafür bedarf es Forschungs- und Applikationslaboren, die den notwendigen Raum für diese Entwicklungen bieten. Deshalb haben sich Forscher der in diesem Bereich führenden Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen – exemplarisch seien hier die Uni Bonn und die RWTH Aachen genannt – in einem Konsortium namens KIRO.NRW zusammengeschlossen. Das Ziel ist der vernetzte Aufbau von Forschungs- und Applikationslaboren. In vier Forschungslaboren, die auf jeweils einen Anwendungsbereich spezialisiert sind, soll ein in der gesamten Bundesrepublik sichtbares Ökosystem der KI-Robotik aufgebaut werden. Hierbei ist auch die Politik gefordert. Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen für diese Forschung und Entwicklung schaffen. Was heißt das konkret? Mit finanziellen Mitteln aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur soll der Zusammenschluss KIRO.NRW bis zu 100 Millionen Euro erhalten. Ein Fokus soll auf dem Auf- und Ausbau souveräner europäischer KI-Hochleistungscluster für Embodied AI gelegt werden. Denn heute wird noch überwiegend Infrastruktur genutzt, die entweder nicht aus europäischen Staaten 16.09.2026 kommt oder nicht auf europäischen Rechtsstandards beruht. Den vom Bund für dieses Jahr geplanten KI-Robotikbooster gilt es bei der landeseigenen Innovationsoffensive einzubeziehen und einzubauen. Die Forschung in KIRO.NRW soll dabei unterstützt werden, den Transfer in die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, den Aufbau neuer Produktionslinien sowie die Qualifizierung von KMUs und Beschäftigten zu gewährleisten. Mit einer Investition in Höhe von 100 Millionen Euro aus dem NRW-Plan wird es uns gelingen, die Forschung und die Entwicklung KI-basierter Robotik zukunftsorientiert zu stärken und damit wichtige Impulse für die Wirtschaft und auf unserem Weg von der Kohle zur KI zu setzen. Daher bitte ich um Zustimmung. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU)
