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Markus Höner

CDU 16.07.2026 Sitzungen 18/128

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir reden viel über Startups, über junge Menschen, die Unternehmen gründen, Risiken eingehen, Neues schaffen. In der Landwirtschaft gibt es diese Menschen auch. Ihnen fehlen jedoch oftmals passende Instrumente, gerade wenn sie einen Hof übernehmen oder ganz neu anfangen möchten. Die Übernahme oder Neugründung eines Hofes ist extrem kapitalintensiv. Boden, Gebäude, Maschinen, Tiere, Betriebsmittel erfordern hohe Investitionen, 16.07.2026 lange bevor der erste Euro überhaupt verdient ist. Wer keinen Hof erbt, hat keine Sicherheiten, ohne Sicherheiten gibt es kaum Kredite, und ohne Kredite bleibt die Idee vom eigenen Hof oft nur ein Traum. Ich denke an ein junges Paar hier bei uns aus Nordrhein-Westfalen, beide gut ausgebildet, zwei kleine Kinder. Sie haben einige Hektar gepachtet. Sie bauen Kartoffeln, Getreide an, liefern mit dem Lastenrad und machen Event-Gastronomie. Sie sind jeden Tag auf ihren Feldern, und doch wissen Sie: Wenn der Eigentümer verkauft oder anders verpachtet, steht alles auf der Kippe. Ich denke auch an eine junge Landwirtin, die mit ihrem Partner einen kleinen Betrieb mit Hühnern und Mutterkühen aufbaut. Sie sagt: Wir wollen unseren Traum nicht aufgeben, aber wir haben keine Perspektive. Unsere Ersparnisse liegen bei der Bank, weil wir alles für uns selbst gebraucht und finanziert haben. Und trotzdem fallen wir durch jedes Förderraster: zu wenig Fläche für die flächengebundene Prämie, zu wenige Jahresabschlüsse für Investitionskredite. Zusätzlich stellt sich die Frage: Wie organisiert sie Mutterschutz, Elternzeit und Familie, wenn sie selbstständige Betriebsleiterin ist? Übrigens: Nur jeder neunte landwirtschaftliche Betrieb in Nordrhein-Westfalen wird von einer Frau geleitet. Im UN-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft gilt erst recht: Jede Frau, die einen Hof gründet oder übernimmt, trägt eine besonders große Last. Die Herausforderungen sind vielfältig. 2020 war fast die Hälfte der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter älter als 55 Jahre. Bei 83 % von ihnen war der Hofnachfolger noch ungeklärt. Dabei gehört die Landwirtschaft zu einer der kapitalintensivsten Branchen überhaupt. Pro Arbeitsplatz stehen im Durchschnitt rund 800.000 Euro im Risiko – bei vergleichbar wenig überschaubaren Renditen. Das zeigt: Der Generationswechsel ist nötig, aber für junge Menschen finanziell besonders schwer. Der Generationswechsel ist nötig und für unsere Ernährungssicherheit besonders wichtig. Wir stehen vor der Neuaufstellung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Agrarkommissar Christophe Hansen hat deutlich gemacht, dass er mit der neuen GAP ein Schwerpunkt bei der Junglandwirteförderung setzen möchte. Das ist eine Chance, gerade in finanziell schwierigen Zeiten. Wenn wir diese Linie aktiv unterstützen, können wir auf europäischer Ebene zusätzlich Mittel mobilisieren. Unser Anliegen ist klar: Das Agrarministerium in Nordrhein-Westfalen soll diesen Weg offensiv mitgehen. Wir brauchen in der GAP 28 ein Bekenntnis zur Junglandwirteförderung und zur Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Meine Damen und Herren, seit fast fünf Jahren sprechen die landwirtschaftlichen Jugendverbände in Landtag Nordrhein-Westfalen hier mit einer Stimme. Sie haben nicht nur eine Forderung aufgestellt, sie haben konkrete Vorschläge gemacht und ihr Konzept immer weiterentwickelt. Wer sich so lange sachlich, konstruktiv für eine Lösung einsetzt, wird auch wahrgenommen. Der Ansatz war gut, die Beharrlichkeit zielführend und der jugendliche Tatendrang sehr wertvoll. Wir nehmen die Stimme der jungen Generation ernst und werden dieses jetzt politisch umsetzen. Junge Menschen, die Landwirtschaft gestalten möchten, sichern die Zukunft unserer Höfe, sichern unsere ländlichen Räume und sichern unsere Lebensgrundlage. Mit einem klaren Bekenntnis zur Junglandwirteförderung unterstützen wir die kommenden Generationen in der Landwirtschaft. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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