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Yvonne Gebauer

FDP 16.07.2026 Sitzungen 18/128

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich kurz auf das eingehen, was Kollege Arndt Klocke gerade gesagt hat, nämlich wie wir wirksam die soziale Ungleichheit bekämpfen können und müssen, damit sie auch in mentaler Gesundheit endet. Landtag Vielleicht können jetzt nicht alle den Zusammenhang herstellen, aber mein Appell geht an dieser Stelle an die Kolleginnen und Kollegen der SPD- und der CDU-Fraktion. Sie diskutieren gerade in Berlin über die Abschaffung der Minijobs. Minijobs sind für viele junge Menschen eine Möglichkeit, sich aus ihrer finanziellen Lage herauszuarbeiten. Diese finanzielle Lage sorgt auch für soziale Gerechtigkeit und damit für seelische Gesundheit. Also kann ich Sie nur eindringlich bitten, sich für die Beibehaltung der Minijobs einzusetzen, nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für junge Menschen, aber auch für alle anderen. -Vielen lieben Dank. (Beifall von der FDP) Chancengerechtigkeit und seelische Gesundheit für unsere Kinder und Jugendlichen: Wer möchte das nicht? Kinder und Jugendliche dürfen zu Recht eine gute Zukunft erwarten und dafür tragen wir, nämlich Politik und Gesellschaft, die Verantwortung. Was braucht es für eine gute Zukunft? Neben vielem anderen braucht es in diesen schnelllebigen, herausfordernden Zeiten vor allem eins: Resilienz – also die physische Widerstandskraft, mit dem Leben und all seinen Widrigkeiten umgehen zu können. Diese Kompetenz wird den Kindern nicht in die Wiege gelegt, sondern will beigebracht, will erlernt, will erarbeitet werden. Wie aber kann das gelingen? Indem wir unseren Kindern und Jugendlichen Unterstützung geben, indem wir ihnen Perspektiven aufzeigen, ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen stärken, damit aus klugen Kindern glückliche und zufriedene Erwachsene werden (Beifall von der FDP) mit wunderbaren Menschen an ihrer Seite in einer friedlichen, lebenswerten Umgebung. All das ist nicht gottgegeben, sondern braucht von Menschenhand unterstützende, verlässliche und verbindliche Begleitung – vorrangig durch das Elternhaus, aber auch durch staatliche Institutionen wie dem Kindergarten oder der Schule, weil das die Orte sind, an denen wir die allermeisten Kinder erreichen. Leider ist das Leben für junge Menschen nicht zu vergleichen mit Astrid Lindgrens Klassiker “Wir Kinder aus Bullerbü“. Viel zu oft werden Kinder und Jugendliche wegen ihres vermeintlichen Andersseins aufgezogen, sie werden ausgegrenzt, schlimmstenfalls gemobbt. Viel zu oft können sozial und finanziell belastete Elternhäuser ihren Kindern nicht den notwendigen Rückhalt und den notwendigen Beistand geben. Viel zu oft leiden unsere Kinder und Jugendlichen unter dem Druck der sozialen Medien. Das alles sind Problemlagen, die das seelische Gleichgewicht und die seelische Gesundheit unserer Kinder belasten. Sie führen dazu, dass sie – unsere 16.07.2026 Kinder – sich nicht so entfalten können, wie sie es könnten und wie sie es können müssten. Chancengerechtigkeit somit leider Fehlanzeige! Insofern greift der SPD-Antrag viele richtige und wichtige Aspekte auf. Als FDP-Fraktion gehen wir mit bei der Forderung nach weiteren verbindlichen Fortbildungsangeboten hinsichtlich der mentalen Gesundheit unserer Kinder. Wir gehen ebenfalls mit bei der stärkeren und verbindlicheren Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Gestaltung des schulischen Alltags, aber auch darüber hinaus. Aber – auch das gehört dazu – die Forderungen Ihres Antrags, liebe SPD-Fraktion, haben auch ihre Grenzen: Ohne Therapeuten bzw. mehr Kassensitzen gibt es kein zusätzliches Therapieangebot. (Beifall von der FDP) Zur Gesundheitsreform hat Kollege Klocke an dieser Stelle schon vieles ausgeführt. Das Gleiche gilt auch für die Schulpsychologen. Wir brauchen weiter flächendeckend Schulpsychologen, weil sie an allen Schulen sinnvoll sind. Aber auch hier gilt: Ohne diese können wir sie nicht einsetzen und das Ziel nicht erreichen, den bisherigen Schlüssel von 1 zu 5.500 oder 1 zu 6.000 Schülerinnen und Schüler in Richtung des empfohlenen Schlüssels, nämlich 1 zu 3.000 – also ein Psychologe für 3.000 Schülerinnen und Schüler –, zu verbessern. (Beifall von Dietmar Brockes [FDP]) Von allem etwas mehr zu fordern, um strukturellen Defiziten zu begegnen, ist generell eine Möglichkeit. Ohne dabei mögliche Strategien zu benennen, wie dies erfolgen soll, entweder im Ansatz oder sogar konkret, bleibt dieser Antrag jedoch ein Wunschzettel. Um es abschließend noch einmal deutlich zu sagen: Der Inhalt des Antrags hat viel Potenzial. Insofern hätten die einzelnen Punkte eine über den Antrag hinausgehende genauere Betrachtung hinsichtlich konkreter weiterer Handlungsmaßen mehr als nur verdient. Von daher wäre es in meinen Augen klug gewesen, diesen Antrag in den verantwortlichen Ausschüssen beraten zu lassen. Diese Möglichkeit bleibt uns durch die heutige direkte Abstimmung verwehrt. Deshalb wird sich die FDP-Fraktion bei diesem Antrag enthalten. – Herzlichen Dank. (Beifall von der FDP)

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