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Lena Zingsheim-Zobel

GRÜNE 15.07.2026 Sitzungen 18/127

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, zu Teilhabe und zu einem erfolgreichen Lebensweg, aber ein 15.07.2026 Schlüssel hilft nur dann, wenn ihn Kinder rechtzeitig in die Hand bekommen. Wenn jedes dritte Kind mit unzureichenden Deutschkenntnissen eingeschult wird, dann stehen viele Kinder bereits am ersten Schultag vor einer Tür, die sich für sie nur schwer öffnen lässt. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert, in Ausschüssen, in Anhörungen, mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen, mit Schüler*innen und natürlich hier im Parlament. Bei allen unterschiedlichen Blickwinkeln gab es einen gemeinsamen Nenner: Kein Kind darf wegen mangelnder Sprachkenntnisse mit schlechteren Chancen in die Schule starten. Es geht es um nichts Geringeres als Chancengleichheit, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU) Genau deshalb ist eine verbindliche Sprachförderung vor Schuleintritt grundsätzlich ein richtiger und wichtiger Schritt; denn unser Ziel muss es sein, Kindern den Schlüssel zur Bildung frühzeitig in die Hand zu geben. Ehrlich gesagt, ist es nicht nur ein Schlüssel, sondern ein ganzer Schlüsselbund, den unsere Schülerinnen und Schüler heute brauchen. (Beifall von den GRÜNEN) Wer Kinder schon vor der Einschulung gezielt fördert, der eröffnet ihnen die Chance, von Anfang an mitzuerleben, mitzulernen, Freundschaften zu schließen und Erfolgserlebnisse im Lernen zu erleben. Darum geht es. Das machen wir hiermit. Die ABC-Klassen schaffen die Möglichkeit, Kinder verbindlich zu erreichen, auch diejenigen oder gerade diejenigen Kinder, die keine oder nur unregelmäßig eine Kita besuchen. Wir stärken den Übergang zwischen Kita und Grundschule, (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Wie machen Sie das denn?) geben allen Beteiligten mehr Zeit für Förderung und entlasten langfristig auch unsere Grundschulen. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU) Das ist bildungspolitisch ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig zeigt diese Debatte auch, dass ein verpflichtendes Kitajahr mit Blick auf die Entwicklung vieler Kinder ebenfalls sehr wünschenswert wäre. Ich bin sofort dabei, wenn wir einen verfassungskonformen Hebel für mehr frühkindliche Bildung aller finden. (Beifall von den GRÜNEN – Dr. Dennis Mael- zer [SPD]: Tosender Applaus beim Koalitions- partner!) – Hören Sie mir doch einmal zu, Herr Maelzer. Machen Sie das doch einfach. Landtag (Dilek Engin [SPD]: Wir unterstützen Sie! Die CDU klatscht nicht!) Ein gutes Ziel allein macht noch keine gute Umsetzung. Oder anders gesagt: Es reicht nicht, irgendeinen Schlüssel zu schmieden. Er muss auch ins richtige Schloss passen. Ob die ABC-Klassen am Ende ein Erfolg werden, entscheidet sich deshalb an ihrer konkreten Ausgestaltung. Genau das haben uns viele Gespräche der vergangenen Monate gezeigt. Deshalb war für uns immer klar, wir wollen die Stimmen aus der Praxis ernst nehmen. Als regierungstragende Fraktionen stimmen wir einem Gesetzentwurf zu, der im Alltag funktionieren muss und Kindern tatsächlich hilft. Es ist ein Konzept, das Sprachentwicklung nachhaltig, wirksam und vor allem kindgerecht fördert. Genau deshalb ist unser Entschließungsantrag so wichtig. Wir stellen das gelingende Aufwachsen von Kindern in den Mittelpunkt und richten die Rahmenbedingungen der ABC-Klassen konsequent auf ihre Bedürfnisse aus. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die ABC-Klassen möglichst in den Kitas stattfinden; denn alles andere wäre absoluter Quatsch. Wenn Kinder an Kitas sind, dann sollen sie dort auch gefördert werden und nicht von A nach B gebracht werden. Das ist alltagsintegriert, vertraut für die Kinder, familienfreundlich und organisatorisch sinnvoll. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU – Zuruf von der SPD) Die Kommunen werden dennoch – das ist ein wichtiger Punkt in unserem Entschließungsantrag – vollumfänglich entlastet. Gelder, die nicht für die Beförderung genutzt werden, (Ina Blumenthal [SPD]: Wer verwaltet das denn?) sollen in die Sprachförderung vor Ort fließen. (Ina Blumenthal [SPD]: Das verwalten doch al- les die Kommunen!) Ich kann hier ausdrücklich nur appellieren, diesen Hebel kommunal auch zu nutzen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Genauso wichtig ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Kitas und Grundschulen. Unsere Kitas leisten seit vielen Jahren hervorragende Arbeit in der frühkindlichen Bildung. Die ABC-Klassen ersetzen diesen Auftrag nicht. Sie sollen ihn ergänzen. Deshalb brauchen wir eine enge Zusammenarbeit der Fachkräfte. Nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen, so, wie es vielerorts bereits erfolgreich gelebt wird, profitieren die Kinder wirklich. Dazu gehört selbstverständlich auch die richtige personelle Ausstattung. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass hierfür 1.200 Stellen geschaffen werden. 15.07.2026 (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Ich dachte 1.650!) Deshalb ist es auch richtig, dass sozialpädagogische Fachkräfte, also genau die Menschen, die auch heute schon Expertinnen für den Übergang sind, genau diejenigen, die das multiprofessionelle Team von Erzieher*innen und Lehrkräften ergänzen, eingestellt werden können. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU)

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