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Dr. Hartmut Beucker

AfD 18.06.2026 Sitzungen 18/125

Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Damen, geehrte Herren! Wir können also schon einmal festhalten: Kollege Tigges hat beruflich jahrelang mit Menschen Verträge abgeschlossen, deren finanzielle Bildung geringer war als seine, und zwar deutlich. Aber vielleicht können wir uns darüber noch einmal unterhalten. (Zuruf von der CDU) Das war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Bildung ist wichtig, sicherlich auch im Bereich der Finanzen. Viel zu viele Menschen werden zu oft über den Tisch gezogen, weil sie es einfach nicht besser wussten. Das wäre das Thema „Verbraucherberatung“. Und dann ist da noch die Vermögensbildung. Sie ist vor allen Dingen angesichts der mehr als ungewissen Zukunft unseres Rentensystems wichtig. Ja, diese Themen müssen stärker in der Schule behandelt werden. Wir haben allerdings Sorge, ob dieses Thema wirklich umsetzbar ist. Schließlich ist ein gewisser Anteil der Lehrer auch schon das Ergebnis unseres ungenügenden Schulapparates. Auch haben wir Zweifel, weil dieser Antrag vielleicht ein wenig eine eierlegende Wollmilchsau ist, also alles leisten soll, obwohl das eigentlich nicht möglich ist. Sie führen zwölf Punkte auf. Insgesamt wird das so nicht umzusetzen sein. Noch nicht einmal jeder Punkt betrifft das Thema „Finanzbildung“. Sie fordern zum Beispiel die Öffnung des Kapitalmarkts für breite Bevölkerungsgruppen durch Verzicht auf steuerliche Hemmnisse. Das hat erst einmal nichts mit Bildung zu tun; wir müssten uns da vielleicht konzentrieren. Haben Sie auch überlegt, dass Ihrem Antrag folgend der Bund eine Rolle in der Bildung übernimmt, obwohl das Landessache ist? Zentralisierung und Gleichmacherei sollten doch nach der Verfassung eigentlich nicht geschehen. Wenn wir schon über Finanzen sprechen, dann sollten wir auch über die Kosten dafür reden. Das fehlt komplett in diesem Antrag. Es gehört doch zu einer guten Finanzbildung, dass man die Dinge durchrechnet. Sie fordern ja eine ganze Menge für alle Altersgruppen. Es muss in diesen Zeiten angespannter Haushalte auch realistisch bleiben, was man macht. Gefordert ist außerdem, dass man schon Vorschulkinder in Fragen des Sparens, des Konsums und des Ausgebens von Geld ausbilden soll. Vielleicht konzentrieren wir uns in der Politik doch erst einmal darauf, dass die Grundlagen für die Aufnahme von Finanzwissen überhaupt vorhanden sind. Wir müssen gerade in der Grundschule den Fokus auf das Lesen, Schreiben und Rechnen legen. Ohne diese Fähig-Landtag keiten kann man sich nämlich keine Finanzbildung aneignen und auch keine Verträge lesen. Die FDP will ein Haus ohne solides Fundament auf Sand bauen. Wie soll das in der Schule aussehen? Es ist beispielsweise angesprochen worden, dass man für die Berufsschule voraussagen kann, dass es, wenn die Finanzbildung mit anderen Themen wie zum Beispiel „Sport“ konkurriert, ein Hauen und Stechen geben wird. Denn der angesprochene Sportunterricht ist doch in einem Maße wichtig, dass man ihn kaum einfach beiseitelassen kann, gerade heutzutage. (Ralf Witzel [FDP]: An Berufsschulen?) – Auch und gerade an Berufsschulen; alles andere wäre verantwortungslos. Die Diskussion im Ausschuss sehe ich allerdings so, dass sie nach allen Ankündigungen, die wir hier gehört haben, sehr intensiv sein wird. Darum ist es mehr als nur eine Floskel, wenn wir sagen, dass wir uns auf diese Diskussion freuen und der Überweisung zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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