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Rainer Schmeltzer

17.06.2026 Sitzungen 18/124

Danke sehr, Herr Abgeordneter Schalley. – Für die Landesregierung spricht jetzt Minister Krischer. Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gehöre zu den Privilegierten in diesem Land, die noch eine Igelfamilie im Garten haben. (Dr. Günther Bergmann [CDU]: Ich auch!) Das ist schön. Ich kann Ihnen das nur sagen. Das ist ein tolles Erlebnis. Übrigens findet diese Debatte genau zum richtigen Zeitpunkt statt. Die Igel werden nämlich jetzt im Moment wach. Herr Präsident, ich korrigiere Sie ungern. Aber die Igel sind nicht leise. Sie sind sehr laut, wenn sie durch den Garten laufen und herumrascheln. Das kann man intensiv beobachten. Ich finde es sehr gut, dass angesichts des Rückgangs des Igels – Herr Brockes, das ist wissenschaftlich sehr gut untersucht – die Koalitionsfraktionen das hier zum Thema machen. Man kann auch eine ganze Menge über die Ursachen des Rückgangs sagen. Das ist natürlich die intensive Grünpflege in Parks und Gärten. Das ist ein rückläufiges Nahrungsangebot im Zuge des allgemeinen Insektenschwundes. Das ist aber auch ein Wassermangel im Sommer infolge langer Dürreperioden, sodass die Igel schlicht und ergreifend verdursten, weil sie nichts mehr zu trinken finden. Sicher spielen die Mähroboter auch ihre Rolle. Nun wird es in jedem Garten, in jeder Stadt, in jeder Struktur anders sein, welcher Faktor da welche Auswirkungen hat. Aber was man tun muss, ist relativ klar. Ich bin der Landestierschutzbeauftragten auch ausdrücklich dankbar dafür, dass sie sich dieses Themas angenommen hat. (Dietmar Brockes [FDP]: Genau!) Das Entscheidende dabei ist, dass man das Knowhow und das Wissen, was man für Igel in Gärten konkret tun kann, umsetzt. Das ist im Übrigen gar nicht so kompliziert, dass es dafür Förderprogramme oder irgendetwas anderes bräuchte, sondern hat in aller Regel damit zu tun, dass es etwas mehr Natur in den Landtag Gärten bedarf, die das Nahrungsangebot verbessert, und man eine Trinkmöglichkeit und andere Dinge für die Igel bereitstellt. Wir wollen als Landesregierung – danke für die Initiative aus den Koalitionsfraktionen – hier ein Angebot über die verschiedenen landeseigenen Bildungseinrichtungen und über die verschiedenen Stakeholder schaffen. Auch von meiner Seite geht noch einmal ausdrücklicher Dank an die Igelhilfe; da wird wirklich ganz Tolles geleistet. Es geht darum, dass wir hier eine Basis schaffen, wo sich sowohl Privathaushalte und privat engagierte Menschen als auch Kommunen und alle anderen, die große Gärten besitzen, betreiben und bewirtschaften, engagieren können, sodass wir am Ende zum Schutz des Igels kommen. Denn dieses Tier, das zur Kultur unseres Landes und zur Natur in unseren Städten gehört, ist des Schutzes wirklich wert. Ich danke allen, die das hier zum Thema gemacht und gesagt haben: Wir bringen das voran und setzen hier landesweit einen Punkt für diese Tierart. – Der Igel steht am Ende symbolisch für viele andere Tier- und Pflanzenarten, die in unseren Gärten einen Lebensraum haben. Wer den Igel schützt, schützt noch eine ganze Menge mehr. Und das ist aller Mühen wert, finde ich. Deshalb danke ich für diesen Antrag. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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