Dr. Patricia Peill
Gerne am Ende. Geht das? – Für mich lautet die Frage deshalb nicht, ob sich das Klima verändert, sondern, wie gut wir unser Land darauf vorbereiten. Besonders bemerkenswert, besonders hervorzuheben ist an Ihrem Antrag das Ende. Nachdem die AfD über mehrere Seiten hinweg die wissenschaftlichen Grundlagen für die Notwendigkeit von Klimaanpassungen infrage gestellt hat, fordert sie plötzlich im letzten Punkt doch mehr Hochwasserschutz, mehr Hitzeschutz und eine widerstandsfähige Infrastruktur. (Christian Loose [AfD]: Das haben wir schon vor sieben Jahren beantragt!) Mit anderen Worten: Sie lehnt zwar die Diagnose ab, aber sie fordert die gleiche Therapie. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Ver- einzelt Beifall von der SPD und der FDP) Wer Hochwasserschutz fordert, erkennt an, dass Risiken bestehen. Wer Hitzeschutz fordert, erkennt an, dass Risiken bestehen. Wer beides fordert, gleichzeitig aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse über diese Risiken infrage stellt, widerspricht sich selbst. Genau hier liegt der zentrale Logikfehler Ihres gesamten Antrags. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Nordrhein-Westfalen geht einen anderen Weg. Wir investieren in Hochwasserschutz und in Starkregenvorsorge. Wir unterstützen unsere Kommunen bei der Klimaanpassung. Wir stärken die Widerstandsfähigkeit unserer Infrastruktur. Klimaanpassung, Klimaschutz und Versorgungssicherheit sind keine Gegensätze, sie gehören für uns zusammen. Meine Damen und Herren, um noch mal auf den Anfang zurückzukommen: Eines Tages werden unsere Kinder und Enkel uns eben nicht fragen: Welche 17.06.2026 Debatten habt ihr geführt? – Sie werden uns fragen: Habt ihr gehandelt, als Handeln möglich war? – Gute Politik wartet nicht auf die nächste Katastrophe, sie sorgt vor, damit wir ihnen sagen können: Ja, wir haben Verantwortung übernommen. Ja, wir haben gehandelt. Und ja, wir haben diesen Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Ver- einzelt Beifall von der SPD und der FDP)
