Christof Rasche
Für die Landesregierung hat nun Ministerin Verena Schäffer das Wort. Bitte sehr. Verena Schäffer*), Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Es ist einfach unerträglich, was wir uns hier immer wieder von der AfD anhören müssen. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Ich will hier einmal sehr deutlich sagen: Wir brauchen in diesem Land Zuwanderung, wenn wir den Wohlstand unserer Gesellschaft halten wollen. Ich bin stolz darauf, dass wir in einer vielfältigen Gesellschaft leben, in einer Einwanderungsgesellschaft. Für unsere Kinder ist es längst Normalität, dass es diese Vielfalt in der Gesellschaft und in den Kitas gibt. (Beifall von Dr. Werner Pfeil [FDP]) Landtag Die Kinder wollen genau das, und wir wollen das auch. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN, der SPD und der FDP) Die frühkindliche Bildung ist für die Landesregierung ein wirklich wichtiges Anliegen. Das zeigen wir als Landesregierung mit Rekordinvestitionen. Allein in diesem Jahr stehen 6,2 Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung im Haushalt. Mit der Reform des KiBiz stehen ab dem nächsten Kita-Jahr insgesamt über 420 Millionen Euro mehr für starke Kitas und bessere Startchancen zur Verfügung, davon allein 50 Millionen Euro mehr für die Sprachbildung. Das ist eine klare Investitionsentscheidung der Landesregierung in die Zukunft unserer Kinder. Unsere Kitas sind der erste institutionelle Bildungsort für unsere Kinder. Hier werden die Grundlagen für den weiteren Bildungsverlauf gelegt. In den Kitas werden nicht nur erste Freundschaften geknüpft, die manchmal das ganze Leben lang halten. Hier wird das Fundament für soziales Miteinander, für Selbstständigkeit, für die Freude an Bewegung und die Freude am Lernen gelegt. Im Alltag findet Sprachbildung statt – ganz selbstverständlich beim Schuhe zubinden, beim Erzählen im Morgenkreis, beim Mittagessen oder in der Mittagsruhe, wenn den Kindern vorgelesen wird. Zu Recht hat Karin Prien vorgestern bei der Vorstellung des Nationalen Bildungsberichts darauf hingewiesen, dass sich die Bildungsschere in Deutschland schon vor der Schule öffnet. Wir wissen, dass in Deutschland der Bildungserfolg immer noch sehr stark vom Elternhaus abhängt. Wir wissen auch, dass gerade die Kinder, die von einer Kita am meisten profitieren würden, dort seltener angemeldet sind. Das sind Kinder aus Familien mit niedriger Bildung oder Kinder mit Migrations- oder Fluchtgeschichte. In Nordrhein-Westfalen haben wir insgesamt eine sehr hohe Betreuungsquote im letzten Jahr vor der Einschulung. Doch zum Teil – das gehört zur Wahrheit dazu – liegt diese Betreuungsquote in manchen Städten nur bei 90 %. Das heißt, in einigen Stadtteilen – es ist ja immer der Durchschnitt der Stadt – liegt die Betreuungsquote noch deutlich darunter. Deshalb ist es mir so wichtig, dass wir Eltern ansprechen und erreichen, dass wir Eltern besser über das Kita-System informieren, dass wir alle Eltern von den Vorteilen eines Kita-Besuchs überzeugen. Das machen wir bereits, etwa über Kita-Sozialarbeit im Rahmen des Landesprogramms „kinderstark“ oder mit den Brückenprojekten, die den Kindern und ihren Eltern den Weg in die institutionalisierte Kindertagesbetreuung eröffnen. Mein Ziel ist es, dass in Nordrhein-Westfalen alle Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung eine Kita besuchen und damit gute Startchancen bekommen. 17.06.2026
