Jule Wenzel
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Fördern und fordern: Arbeit muss sich wieder lohnen. Das ist für mich eine Zeitreise, die gut zu diesem Plenarsaal, aber nicht mehr zu den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt für junge Auszubildende passt. Wir sprechen hier und heute über ein wichtiges Thema. Ich konnte bei der SPD aber trotz der Forderung nach einem Plan zur besseren Integration von Auszubildenden keinen eigenen Plan erkennen. Rednerin nach Rednerin hat ausgeführt, dass wir kontinuierlich die Unterstützungsangebote für junge Menschen verbessern, um den Übergang von Schule zu Beruf zum Gelingen zu bringen. Wir haben in dieser Legislaturperiode die „Ausbildungswege NRW“ mit 240 Coaches neu eingeführt. Sie sprechen jetzt davon, dass es Abbrüche gäbe und Unternehmen händeringend nach Fachkräften Landtag suchten. Ich kann Ihnen sagen: Diese Wege sind bekannt. Wir laden jedes Unternehmen ein, sich bei „Ausbildungswege NRW“ zu engagieren, sich bei „Kein Abschluss ohne Anschluss“ zu engagieren. Dieses Programm existiert trotz Ihres Abgesangs weiter, und wir fördern es über den ESF oder über die Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit zuverlässig. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU) Wir sind noch einen Schritt weitergegangen: In NRW fördern wir jetzt zum allerersten Mal Wohnheime – nicht nur für Studierende, auch für Auszubildende. Das ist ein sehr, sehr wichtiger Schritt, denn gerade Auszubildende, die in Städten, in denen es sehr, sehr viel Konkurrenz um Wohnraum gibt, mit hohen Mietpreisen zu kämpfen haben, sind darauf angewiesen, dass wir günstigen Wohnraum schaffen, der sie dazu befähigt, die Ausbildungsstelle, die sie sich wünschen, anzunehmen. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU) Ich muss noch ein letztes Wort zu den Ausführungen von Rechtsaußen verlieren. Der Abgeordnete der AfD-Fraktion hat gerade beschrieben, dass Eltern mit dem neuen Ausbildungsmarkt der Zukunft überfordert sind. Ich kann nur konstatieren: Die AfD scheint es genauso zu sein, denn die Maßgabe „der Markt regelt das schon“ wird nicht helfen. Die AfD verweigert Investitionen in Zukunftstechnologien konsequent. (Enxhi Seli-Zacharias [AfD]: Ja, ja!) Erneuerbare Energien sind ein Markt, der wächst – auch in Auszubildenden. (Zuruf und Lachen von Thomas Röckemann [AfD]) Die AfD bekämpft damit den zukünftigen Auszubildendenmarkt in Nordrhein-Westfalen (Lachen von Dr. Hartmut Beucker [AfD] – Zu- ruf von Thomas Röckemann [AfD]) und sollte daher nach ihrem Bild ganz kleine Brötchen backen. (Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU) Diese Aktuelle Stunde hat leider nicht viel Substanz produziert, aber eine Gelegenheit, auf die bewährten Strukturen aufmerksam zu machen, die wir als Land anbieten. Wir wollen allen jungen Menschen und allen Unternehmen in diesem Land verlässliche Unterstützung bei der Vermittlung und Ausbildung anbieten. Das ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen können, damit jeder junge Mensch einen Ausbildungsplatz findet, der zu ihm passt. 07.05.2026 (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)
