Yvonne Gebauer
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Über den immensen Druck, dem Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ausgesetzt sind, können vermutlich nur Menschen, insbesondere Frauen, sprechen, denen dieses besondere Wunder eines Kindes verwehrt war bzw. ist und manchmal sogar bleibt. Ich behaupte, dass sich kaum eine andere Person auch nur ansatzweise in die Lage versetzen kann, was diese Menschen, meist gemeinsam als Paare, durchmachen müssen: seien es die permanenten Fragen und manchmal auch Anspielungen in der eigenen Familie, die freudigen Geburten im Freundes- und Bekanntenkreis, die Gespräche in der Gesellschaft, wenn es darum geht, dass man kinderlos nichts für die Rentenkasse tue. Hinzu kommen noch der eigene dringende Wunsch nach einer kompletten Familie, dem kompletten Familienglück, und die paarinterne Frage: Bin ich schuld, trage ich allein die Verantwortung, dass ich nicht schwanger werde, dass meine Frau, dass meine Partnerin nicht schwanger wird? Das belastet Paare und zum überwiegenden Teil Frauen ungemein. 60 % der Frauen entwickeln im Verlauf einer Kinderwunschbehandlung psychische Probleme. Auch deshalb verlangt der Umgang mit dem Thema „ungewollt kinderlos“ höchste Empathie, höchste Sach- und Fachlichkeit, auch und besonders seitens der Politik. (Beifall von der FDP) Da vermitteln Überschriften wie im vorliegenden AfD-Antrag „Kinder sind keine Bestellware“ und – noch schlimmer – Ihre Ausführungen, Herr Schalley, genau das Gegenteil. Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch „importierte Leihmutter“, so in der tagesschau ausgesprochen und von der AfD im vorliegenden Antrag übernommen, ist kein angemessener Umgang mit diesem hochsensiblen und hochemotionalen Thema. 06.05.2026
