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Klaus Esser

AfD 18.03.2026 Sitzungen 18/118

Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Auf der 18.03.2026 sogenannten Panoramastraße L 218 in meinem Heimatkreis Düren zwischen Vossenack und Schmidt hat in den letzten Jahren ein Verkehrsversuch stattgefunden. Dort sind Fahrbahnmarkierungen aufgebracht worden, Kreise und Ellipsen, die Motorradfahrern dabei helfen sollen, in Kurvenlagen eine gedachte Ideallinie zu fahren. Bislang jedes Jahr – das möchte ich mal plastisch beschreiben, weil es mir hier in der Debatte doch ein bisschen zu sehr untergegangen ist – gab es dort sehr schwere Unfälle. Das betraf nicht nur lokale Motorradfahrer, sondern vielfach Gäste aus den Niederlanden, aus Belgien, die gerne den kurzen Weg über die Grenze nehmen, um dann in der Eifel die beliebten Motorradstrecken zu fahren. Sie können sich vorstellen, dass ein Motorradfahrer, der ohne Knautschzone – ich sage das mal salopp – in einer Kurve einen Abflug macht, meistens nicht auf einem bemoosten Hang landet, sich einmal abrollt, und dann ist es wieder gut, sondern das geht häufig in Richtung der Leitplanken, wo man dann oft sehr unkontrolliert gegen Leitplankenstützpfeiler knallt. Jedes Jahr haben sich dort sehr unschöne Szenen abgespielt. Leider hat das auch immer wieder Tote gefordert. Insofern fragen wir uns: Was ist mit diesem Verkehrsversuch? Hat der eine Verbesserung ergeben? Da muss man ganz klar sagen: Ja, statistisch gesehen ist es besser geworden. Allerdings muss ich an dem Antrag von Schwarz-Grün ein klein wenig Kritik üben. Anträge von Schwarz-Grün lesen sich immer ein wenig wie ein Apostolisches Schreiben des Vatikans höchstselbst. Da wird mit etwas übertriebenem Lob und einer salbungsvollen Allumfasstheit gearbeitet. Das ist ein bisschen typisch für Ihre Anträge. Denn einen Unterschied gibt es schon. Wenn Sie mit den Bikern sprechen, also mit den Motorradfahrern, dann ergibt sich ein etwas anderes Bild als das, was die Landesverkehrswacht oder was die Wissenschaft gerne hätte. Die Wissenschaft sagt – natürlich empirisch ausgewertet –: Super, diese Markierung funktioniert. Klasse, wir haben recht gehabt und weiten das jetzt – das ist auch völlig in Ordnung – auf die B 266 bei Schleiden im Kreis Euskirchen und die L 234 bei Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen aus. Die Motorradfahrer aber sagen Ihnen etwas anderes – im Ergebnis kommt es wahrscheinlich auf das Gleiche heraus –, nämlich dass vor allem der Kontrolldruck der Polizei und die Unbekanntheit der Markierung dazu führen, dass sie behutsamer fahren. Viele Motorradfahrer bremsen in den Kurvenlagen ab, weil das im Sichtfeld einfach flimmert und weil sie denken: Nanu, wer hat denn da was auf die Straße gemalt? Was kommt da auf mich zu? – Es kann also sogar sein, dass bei den Motorradfahrern, die diese Strecken häufiger fahren, langfristig ein Gewöhnungs-Landtag effekt eintritt und dann der gewünschte Lenkungsoder Hilfseffekt ausbleibt. Die Fahrbahnmarkierungen haben einen Effekt, wenn auch nicht immer so geradlinig und alltagsangepasst wie gewünscht. Dennoch, das ist auch für unsere Fraktion klar, ist alles, was hilft, schwere Unfälle zu vermeiden, es absolut wert, jede Anstrengung zu unternehmen, insbesondere wenn es um eine relativ günstige Sache wie Fahrbahnmarkierungen geht. Wir stehen ganz fest an der Seite der Biker. Das ist ein wunderschönes Hobby, das in aller Freiheit möglich sein und erhalten bleiben muss. Einer Überregulierung würden wir mit aller Entschiedenheit entgegentreten, sehen diese aber in diesem Fall nicht. Wir werden daher für den Antrag stimmen, für die Sicherheit unserer Biker, und wünschen allen, jetzt beginnend, für die nächsten Monate eine schöne und sichere Bikersaison. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall von der AfD)

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