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Rainer Schmeltzer

29.01.2026 Sitzungen 18/116

Danke sehr, Herr Abgeordneter Dr. Beucker. – Für die Landesregierung spricht jetzt Ministerin Brandes. 29.01.2026 Ina Brandes*), Ministerin für Kultur und Wissenschaft: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir können für uns innerhalb der demokratischen Fraktionen hier im Landtag Nordrhein-Westfalen in Anspruch nehmen, uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr gut um die kulturelle Bildung gekümmert zu haben. Alle Landesregierungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte haben sich sinnvolle Projekte und Initiativen ausgedacht. Das gilt für „JeKits“, für „Kultur und Schule“, für den „Kulturrucksack NRW“, für „Künstlerinnen und Künstler in die Kita“ und natürlich auch für die Musikschuloffensive, für die wir deutschlandweit nach wie vor gelobt werden. (Beifall von der CDU und Frank Jablonski [GRÜNE]) Gleichwohl hat die Anhörung uns das bestätigt, was wir vorher wussten: dass wir eine große Herausforderung im Bereich der qualifizierten Fachkräfte in der kulturellen Bildung – gerade in der Musik, aber tatsächlich auch in der bildenden Kunst – haben. Diese Aufgabe haben wir in Nordrhein-Westfalen nicht alleine gepachtet. Diese Herausforderung trifft alle Bundesländer gleichermaßen, aber eben auch Nordrhein-Westfalen. Ich nehme diese Aufgabe sehr ernst, weil wir alle die Entwicklungen über die letzten Jahre und Jahrzehnte gesehen haben. Wir haben kein Defizit mehr bei der Problembeschreibung, sondern müssen sehen, wie wir zu vernünftigen Lösungen kommen. Diese Lösungen hat nach meiner Wahrnehmung deutschlandweit bisher noch niemand gefunden. Ich habe noch nirgendwo ein Programm gesehen, das wirklich durchschlagenden Erfolg mit sich gebracht hätte. Deswegen haben wir uns verschiedene Dinge überlegt. Wir haben sie über die letzte Zeit entwickelt und wollen sie jetzt gerne – auch gemeinsam in einer dazugehörigen kulturpolitischen Diskussion im Ausschuss – zu einer Fachkräfteoffensive weiterentwickeln. Der erste Punkt, den ich sehr vielversprechend finde, ist ein Modellprojekt, das wir gemeinsam mit dem Landesverband der Musikschulen in NRW bereits im vergangenen Jahr in drei Regionen – in Wuppertal, in Detmold und in Heinsberg – ins Leben gerufen haben. Dort arbeiten Musikschulen, Amateurmusikvereine, Schulen und Musikhochschulen in dem Projekt „Talentförderung Musik“ zusammen. Dieses Modellprojekt hat im Grunde zum Ziel, die Brüche im System anzugehen. Wir haben ja ungeheuer viele Projekte und ungeheuer viele Institutionen, die in diesem Bereich unterwegs sind, aber nicht notwendigerweise abgestimmt miteinander arbeiten und sicherstellen, dass wir geschlossene musikali-Landtag sche Bildungsbiografien und eine systematische Talent- und Fachkräfteförderung haben. Dieses Problem soll das Modellprojekt durchbrechen. Dazu verfolgen die drei Regionen drei unterschiedliche Schwerpunkte. In Heinsberg geht es um die Zusammenarbeit zwischen Musikschule und Amateurmusik. In Wuppertal geht es um die möglichst nahtlose Begleitung von Kindern und Jugendlichen beim Übergang zur weiterführenden Schule und vor dem Einstieg in die Berufsausbildung, also darum, ein Netzwerk zu schaffen. In Detmold geht es um das Zusammenspiel zwischen Musikschule und Musikhochschule, um einen möglichst nahtlosen Übergang herzustellen, auch Übungsbegleitungen zu machen, das mit den Schulen abzustimmen usw. Ich glaube, dass dieses Modellprojekt uns sehr gute Grundlagen geben wird, auf denen wir weiterarbeiten können. Um gleich dem naheliegenden Protest zuvorzukommen: Wir werden nicht warten, bis das Modellprojekt abgeschlossen ist, sondern verarbeiten in der Fachkräfteoffensive schon unterwegs erste Evaluationsergebnisse. Da wird viel gemacht, das wirklich beispielgebend für die Weiterentwicklung des gesamten Systems ist. Das brauchen wir. Wir haben vor einem guten Jahr den Kunsthochschulbeirat wieder ins Leben gerufen, der sich in seiner noch jungen Geschichte im Wesentlichen mit der Frage des Fachkräftenachwuchses in der musikalischen und auch in der künstlerischen Bildung beschäftigt. Wir kommen immer zu dem Punkt der Attraktivität des Berufsbildes „Musiklehrer“. Das ist ein Problem, wie wir alle wissen. Wir haben unglaublich viele Studierende im Bereich „Musik“. Sie studieren aber fast alle mit dem Ziel, Solo- oder Orchestermusikerinnen und -musiker zu werden. Die pädagogische Ausbildung ist immer noch nicht so beliebt, wie sie sein müsste. Darauf hat noch niemand eine überzeugende Antwort gefunden. Daran werden wir uns aber gemeinsam zumindest heranrobben müssen. Ein wichtiger Punkt, der dort schon adressiert wird, ist das Thema „Diversität“, also die Frage, wie wir sicherstellen, dass die Studierenden an Musikhochschulen vor allen Dingen stärker ein Abbild der Gesellschaft sind. Das ist eine wichtige Aufgabe für die weitere Entwicklung. Zu Community Music ist schon viel gesagt worden. Auch das gehört dort hinein. Heute habe ich – last, but not least – noch gar nichts zum Thema „Künstliche Intelligenz“ gehört. Der Landesverband der Musikschulen in NRW hat eine sehr interessante Fachtagung zu der Frage durchgeführt, wie Instrumente der Künstlichen Intelligenz ergänzend zu pädagogischem Fachpersonal eingesetzt werden können. Auch das werden wir brauchen, weil wir nicht alle Aufgaben, die wir haben, tatsächlich mit 29.01.2026 menschlichem Personal werden erledigen können. Da wird uns die KI helfen müssen. All das binden wir jetzt zu einer Fachkräfteoffensive zusammen. Wir werden das alle miteinander üben müssen. Es ist wie gesagt noch niemandem ein Projekt gelungen, das wirklich funktioniert hat, nirgendwo in Deutschland. Das wissen wir alle. Ich hoffe, dass wir in Nordrhein-Westfalen auch bei diesem Thema mal wieder beispielgebend sind. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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