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Yvonne Gebauer

FDP 29.01.2026 Sitzungen 18/116

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! „Musik ins Leben! Für eine starke kulturelle Bildung in NRW“ – so der Titel des vorliegenden Antrages. Wer will dies nicht? Musik ins Leben, eine starke kulturelle Bildung hier bei uns in Nordrhein-Westfalen – alle, im Besonderen sicher meine Landtagskolleginnen und -kollegen aus dem Kulturbereich, aber auch aus den Bereichen „Familie, Kinder und Jugend“ sowie Landtag „Bildung“ haben dieses Ziel im Blick und verfolgen dieses Ziel. Denn – Frau Wermer hat es gesagt – Musik verbindet. Und doch gibt es – wer kennt sie nicht? – die Herausforderungen, die unsere Bildungsträger haben: Fachkräftemangel allerorten, auch bei den Musiklehrern an den allgemeinbildenden Schulen und an den Musikschulen, egal ob öffentlichen oder privaten. Das ist eine Erkenntnis, welche sowohl die regierungstragenden Fraktionen als auch die Opposition teilen. Bereits Ende des Jahres 2022 hat die FDP-Fraktion den Fachkräftemangel bei den Musikschulen aufgegriffen. Im Nachgang zu der damaligen Anhörung war die Conclusio der Sachverständigen eindeutig: nämlich, dass Handlungsbedarf besteht, dass unverzüglich Maßnahmen eingeleitet werden müssen, um dem weiteren Verlust von Fachkräften bei den Musikschullehrkräften entgegenzuwirken. Vor drei Jahren hieß es bereits, dass 70 % des Musikunterrichts an unseren Grundschulen fachfremd unterrichtet werden. Originalton von damals: Das System trocknet aus. Sprechen wir über das Heute: 74 % der Musikschulen melden, dass sie angesichts der Anzahl und der Qualität der eingehenden Bewerbungen schon jetzt Probleme haben, Stellen zu besetzen. In zehn Jahren werden bis zu 4.000 Lehrkräfte bei der musikalischen Bildung fehlen. Meine Damen und Herren der regierungstragenden Fraktionen, ich hätte mir gewünscht, dass Sie im Jahr 2023 das Problem nicht negiert, nicht links liegen gelassen hätten. Dann wären wir heute sicher schon einen Schritt weiter. (Beifall von der FDP) Doch späte Einsicht ist besser als keine Einsicht. Ein Punkt, den ich noch besonders ansprechen möchte – mein Kollege Bialas hat dies schon getan –, ist der Punkt der finanziellen Mittel. Liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, richtig ist: Nicht jedem Problem kann mit zusätzlichen Mitteln Abhilfe geschaffen werden. Aber wer mit dem Willen nach positiver Veränderung hin zu einer verbesserten Ausgangslage für die kulturelle Bildung in der Sparte Musik nicht ergebnisoffen diskutieren will, wer gleich die Forderung aufstellt, dass jegliche Überlegung in keinem Fall zusätzliche finanzielle Mittel in Anspruch nehmen darf, der begrenzt den Rahmen der Möglichkeiten zur Behebung des Problems. (Beifall von der FDP) Das wird aber der Wichtigkeit des Themas nicht gerecht. All das lässt uns Freie Demokraten zu der Schlussfolgerung kommen: Der Antrag spricht wichtige Aspekte 29.01.2026 an, deren Inhalt wir Liberale auch teilen. Dennoch lässt der viel zu oft strapazierte Satz der regierungstragenden Fraktionen, alle Maßnahmen zur Behebung von Problemen nur im Rahmen vorhandener Mittel lösen zu wollen, mehr als eine Enthaltung der FDP-Fraktion zu diesem Antrag am heutigen Tage nicht zu. – Herzlichen Dank. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der SPD)

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