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Marco Schmitz

CDU 29.01.2026 Sitzungen 18/116

Danke, Herr Präsident. – Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nach einem sehr emotionalen Thema gibt es jetzt wieder etwas zum Thema „Gesundheit“, was aber nicht minder wichtig ist. Denn wir reden heute über die Fortschreibung des Landespsychiatrieplans. Ich spreche dazu nicht nur als Abgeordneter, sondern auch als jemand, der in seinem Leben berufliche und politische Erfahrungen im Bereich der Arbeits-, Gesundheits- und Sozialpolitik gemacht hat. Psychische Gesundheit ist in unserer Gesellschaft kein Randthema, sondern es begegnet uns immer wieder – ganz konkret in Gesprächen in den Einrichtungen und bei Menschen, die soziale Unterstützung brauchen. Genau deshalb ist dieser Antrag für uns so wichtig, denn psychische Erkrankungen betreffen uns alle. Jeder kennt jemanden. Sie betreffen Familien, Betriebe, Nachbarschaften und letztlich unsere gesamte Gesellschaft. Psychische Gesundheit ist eine Grundvoraussetzung für Teilhabe und für ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben. Ein besonderer Schwerpunkt von mir liegt bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wer schon früh in seinem Leben psychisch stark belastet ist, hat es später oft deutlich schwerer. Bildung, Ausbildung und soziale Entwicklung können nachhaltig beeinträchtigt werden. Deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass Prävention und frühe Unterstützung eine ganz zentrale Rolle spielen müssen. Angebote müssen früh ansetzen und die jungen Menschen frühzeitig erreichen. Gleichzeitig wissen wir, dass psychische Belastungen im Erwachsenenalter stark zunehmen. Der Druck im Berufsleben, die Verantwortung für Familie und Angehörige sowie wirtschaftliche Sorgen hinterlassen Spuren. Das zeigt sich nicht nur an der steigenden Zahl der Krankheitstage, die hauptsächlich durch psychische Belastungen entstehen, sondern auch darin, dass psychische Erkrankungen inzwischen einer der häufigsten Gründe für Frühverrentungen sind. Gute Versorgung ist auch hierbei eine Frage der Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft. Besonders wichtig ist mir, eine Gruppe zu nennen, die dabei weniger Beachtung findet: die älteren Menschen. Senioren sind eine ganz besondere und extrem wichtige Personengruppe. Einsamkeit, Verlusterfahrungen, gesundheitliche Einschränkungen und Veränderungen im Alltag stellen gerade für sie große psychische Herausforderungen dar. Die psychischen Erkrankungen im Alter werden immer mehr, aber leider immer noch zu häufig übersehen oder nicht ernst genommen. Seniorinnen und Landtag Senioren brauchen Angebote, die zu ihrer Lebenssituation passen und die sie ohne große Hürden erreichen können. Denn psychische Gesundheit betrifft nicht nur das Arbeitsleben. Ein weiterer wichtiger Punkt in dem Zusammenhang ist die Geschlechtersensibilität. Frauen und Männer erleben psychische Belastungen sehr unterschiedlich. Frauen sind häufiger von depressiven Symptomen betroffen. Männer auf der anderen Seite suchen selten oder gar keine Hilfe auf. Wenn wir Angebote machen, müssen wir diese Unterschiede ernst nehmen, denn nur dann erreichen wir wirklich alle Menschen. Dabei ist mir wichtig, klarzustellen, dass wirklich alle Menschen gemeint sind, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Lebenssituation. Noch immer nehmen viel zu wenige Betroffene Hilfe in Anspruch. Scham, Unsicherheit und fehlende Orientierung spielen dabei eine große Rolle. Deshalb brauchen wir niedrigschwellige Zugänge und eine besondere Vernetzung der vorhandenen Angebote. Ich habe es eben gesagt: Aus meinem beruflichen Werdegang weiß ich, wie entscheidend es ist, dass Hilfen gut zusammenarbeiten. Ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote müssen ineinandergreifen. Die Übergänge dürfen nicht zu Brüchen werden. Gerade Menschen mit schweren oder chronischen Erkrankungen brauchen Verlässlichkeit und Kontinuität. Gleichzeitig stärken gut vernetzte Strukturen die Selbsthilfe und fördern soziale Teilhabe. Mit diesem Antrag setzen wir genau da an. Wir geben der Landesregierung einen klaren Auftrag, die psychiatrische Versorgung weiterzuentwickeln – präventiv, koordiniert und lebensnah. Das ist aus meiner Sicht nicht nur fachlich richtig, sondern auch menschlich geboten. Psychische Gesundheit betrifft uns alle; Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Senioren, Frauen und Männer. Deshalb bitte ich Sie um Zustimmung zu diesem Antrag. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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