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Christof Rasche

18.12.2025 Sitzungen 18/114

Herr Minister, welche Musik darf ich auflegen? (Heiterkeit) Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten: Ganz ungeahnte Qualitäten des Präsidenten hier – so wie bei Herrn Ganzke eben auch. Nein, ich will Ihnen das ersparen und friedlich ins Weihnachtsfest gehen. Und deswegen belasse ich es dabei. Aber ich habe mich darüber gefreut, will ich ehrlich sagen. Ehrenamt ist Carearbeit für unsere Gesellschaft: freiwillig, unbezahlbar, unverzichtbar. Deswegen ist das auch eine Form der Anerkennung, sich bei einer solchen Rede Mühe zu geben. 18.12.2025 Wir haben schon ein paar Beispiele gehört, wo überall das Ehrenamt eine tragende Säule in unserer Gesellschaft ist: Rettungsdienste, Telefonseelsorge, Schwimmvereine, Karnevalsgemeinschaften, Naturschutzvereine, Pfarrgemeinderäte, Elterninitiativen, Gewerkschaften, Parteien. Dort überall schlägt das Herz unseres Landes. Alle diese aufgezählten Strukturen wären ohne das Ehrenamt nicht denkbar. Denn dort finden Menschen zusammen über Generationen, Kulturen und auch soziale Schichten hinweg für ein gemeinsames Ziel oder auch für ein gemeinsames Interesse – beides ist legitim –, häufig im Übrigen im Dienste anderer und nicht nur im Interesse der eigenen Person und häufig auch verbunden mit dem Wunsch, etwas zu bewegen. Also: Mit diesen Menschen ist Staat zu machen. Deswegen brauchen wir das. Wir brauchen das für unsere demokratische Gesellschaft. Ich glaube auch, dass denjenigen, die das tun, damit auch persönlich eine bereichernde Erfahrung geschenkt wird. Denn wer sich engagiert, der erfährt Selbstwirksamkeit statt Fremdbestimmung. Der findet Sinn und Erfüllung da, wo berufliches Tun das vielleicht nicht hinreichend geben kann. Er findet seinen Platz im Gemeinwesen dadurch, dass er es mitgestaltet, statt sich zurückzuziehen. Ehrenamt verbindet und stiftet Sinn und bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Diese Erfahrung ist wichtiger denn je. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. 54 % der erwachsenen Menschen in unserem Land Nordrhein-Westfalen engagieren sich ehrenamtlich. Das ist ein gewaltiger Wert. Deshalb braucht es für das Ehrenamt, für das Engagement auch entsprechende Bühnen. So hat am Montag unser Ministerpräsident den Engagementpreis Nordrhein-Westfalen 2025 verliehen. Die ausgezeichneten Projekte haben wirklich sehr beeindruckend gezeigt, welche Vielfalt das Ehrenamt in unserem Land annimmt: vom Vorstandspraktikum bei der Schützenbruderschaft in Viersen über Qualifizierungsangebote zur modernen Vereinsführung in der Sportjugend aus Duisburg bis hin zum Projekt InteGREATer aus Köln, das Bildungs- und Aufstiegschancen von Menschen mit Migrationsbiografie stärken will. Das ist der Hintergrund, vor dem die Landesregierung dem Ehrenamt eine herausragende Bedeutung beimisst. Meine Kollegin Andrea Milz ist dafür in der Staatskanzlei federführend und treibt die entscheidenden Projekte der Ehrenamtsstrategie voran. Ich will nur einige wenige nennen: das Kleinstförderprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“, das bewusst unbürokratisch hilft, wo Engagement konkret stattfindet; unsere Landesservicestelle für bürgerschaftliches Engagement als die zentrale Anlaufstelle; der Ausbau der Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche; die dauer-Landtag hafte Förderung von Vernetzungen, etwa durch das Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement und die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen. Das sind nur vier beispielhafte Projekte, die die Kollegin Milz und wir aus der Staatskanzlei vorantreiben, um dem Ehrenamt unter die Arme zu greifen. Denn das Ehrenamt ist unter Druck; es wurde gesagt. Es ist zunehmend schwieriger, sich dauerhaft ehrenamtlich zu engagieren. Der Wille ist da. Die Möglichkeiten werden schwieriger. Deshalb braucht es auch auf der Seite der Unterstützung jetzt Kreativität, Verlässlichkeit und Konkretion. Deshalb braucht auch die Ehrenamtscharta als ein ganz zentrales Instrument unserer Ehrenamtsförderung ein Update. Sie wurde seinerzeit 2008 unter der Regierungszeit von Jürgen Rüttgers gegründet und ist ein echter Erfolgsschlager der Ehrenamtspolitik in Nordrhein-Westfalen geworden. 334 Kommunen in Nordrhein-Westfalen engagieren sich in diesem Projekt. Das ist eine beeindruckende Zahl. Ihnen allen gebührt unser ausdrücklicher Dank. Aber wir müssen an dieser Stelle ansetzen. Deswegen sind wir als Landesregierung dankbar für diesen Antrag von CDU und Grünen, wo es darum geht, diese Erfolgsgeschichte jetzt fortzusetzen. Deshalb werden wir die Zugangsvoraussetzungen zur Ehrenamtskarte in dem Sinne überprüfen, wie es gerade genannt wurde, die Angebote ausweiten und mit Rheinland-Pfalz über ein Pilotprojekt sprechen, um eine länderübergreifende Anerkennung der Ehrenamtskarte zu ermöglichen. Das ist ein wichtiges Signal, mit dem wir zeigen: Wir denken aus der Situation heraus, aus der Perspektive der Ehrenamtlichen und nicht aus der Perspektive der Regierenden. Das ist das, was wir brauchen, denn Ehrenamt ist keine Nebensache, sondern Ehrenamt ist Ehrensache. In diesem Sinne wünsche ich uns eine gute restliche Beratung und Ihnen allen dann, weil es heute meine letzte Gelegenheit ist, ein frohes, besinnliches und schönes Weihnachtsfest. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP)

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