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Markus Höner

CDU 17.12.2025 Sitzungen 18/113

Sehr geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, zu welchem Tagesordnungspunkt Herr Schalley gesprochen hat, aber zumindest nicht zu dem uns vorliegenden Antrag. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Ich habe diesen Antrag gelesen und kann dazu sagen: Er wirkt entschlossen, er wirkt alarmierend, aber letztendlich ist er handwerklich schlecht gemacht. 17.12.2025 (Zacharias Schalley [AfD]: Ah!) Inhaltlich verstrickt er sich in Widersprüche, und es steht letztendlich nichts drin. Er soll etwas Gutes verheißen, es soll um Tierwohl gehen – das ist wichtig –, aber auch zum Tierwohl steht in diesem Antrag nichts drin. Das zeigt das wahre Gesicht der AfD, und es zeigt auch, welches Geistes Kind Sie sind. Ich glaube, genau das ist die wichtige Aussage dabei, wie realitätsfern Sie bei diesem Thema unterwegs sind. Sie fordern in Ihrem ersten Beschlusspunkt ein Moratorium für methanreduzierte Futterzusatzstoffe. Was für ein Irrsinn. Wie will ich denn herausfinden, ob etwas wirkt, wenn ich es nicht ausprobiere? Wie soll ein Moratorium uns im Grunde bei der Forschung weiterbringen? Das wäre genau dasselbe, als wenn ich mit dem Auto fahre, ich stelle ein Problem fest, ich fahre nicht mehr, aber wenn ich herausgefunden habe, dass das Auto wieder fährt, darf ich wieder fahren. Aber wie wollen wir es herausfinden, wenn es vorher keiner testen darf? Also, das funktioniert nicht. Das ist unlogisch, was Sie hier in Ihrem Antrag letztendlich gefordert haben. Und wenn es dann um den Zusatzstoff Bovaer geht, auch 3-NOP genannt, dann ist es so, dass der in der EU zugelassen ist (Christian Loose [AfD]: Ein totes Rind in Nor- wegen oder Dänemark ist Ihnen egal?) und über ein EU-Zulassungsverfahren im Grunde genehmigt worden ist. Bei der Recherche zu diesem Antrag habe ich mir die Arbeit gemacht und mit einem großen Futtermittelunternehmen aus Nordrhein-Westfalen gesprochen. Ich habe jemanden, der 15 Jahre für diesen Bereich zuständig ist, nach diesem Futterzusatzstoff gefragt. Das Ergebnis war, er kannte ihn nicht. Ein Futtermittelberater, der 15 Jahre in diesem Bereich tätig ist, kannte ihn nicht. Das zeigt uns, was für eine sprichwörtliche Sau hier heute durch den Landtag getrieben wird. Es wird viel Staub aufgewirbelt, aber mit wenig Inhalt. (Beifall von der CDU, den GRÜNEN und André Stinka [SPD]) Wir haben ein klar geregeltes Zulassungsverfahren in Europa. Es gibt ein EU-Zulassungsverfahren, und wir in Deutschland arbeiten noch genauer. Wir arbeiten dann mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesinstitut für Risikobewertung zusammen, um genau das abzusichern. Und dann geht man hin und bringt das in die Forschung hinein. Man bringt es in Feldversuche, in Pilotprojekte, um genau auszutesten, ob die Stoffe so wirken, wie sie wirklich wirken sollen. Aber das soll ja jetzt nicht mehr in Deutsch-Landtag land oder in Nordrhein-Westfalen passieren, weil wir dafür ein Moratorium machen wollen. Das zeigt, wie widersprüchlich dieser Punkt an dieser Stelle ist. Sie fordern keine Langzeitstudien, keine weiteren Zulassungsverfahren, und das ist totaler Irrsinn. Erinnern wir uns einmal an das, was Sie in Ihrer Haushaltsdebatte gesagt haben. Sie haben zum Einzelplan 15 deutlich beschrieben, dass Sie eine konservative Partei sind, die konservieren möchte. (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Das ist nicht konservativ, sondern reaktionär!) Ich frage mich: Was bedeutet das? Konservieren im Bereich vom Tierwohl? Das ist ein Rückschritt in allen Schritten. Wollen wir wirklich zur Landwirtschaft und Tierhaltung der 50er- und 60er-Jahre zurück, mit Ställen, in denen wir kaum Luft hatten, kaum Licht hatten, wo wir die Kühe in der Anbindehaltung hatten? Ich bin der festen Überzeugung, dass das nicht der richtige Weg ist. Wir sind nur so weit gekommen, weil wir uns weiterentwickelt haben, weil wir den Betrieben Perspektiven gegeben haben. Und genau darum geht es doch, dass unsere Betriebe Perspektiven brauchen. Ich hatte heute eine Besuchergruppe hier, die Fachschulklasse aus Köln-Auweiler. Ich habe mit dieser Fachschulklasse genau über diesen Antrag gesprochen. Das sind junge Landwirtinnen, junge Bäuerinnen und Bauern, die ihre Betriebe zu Hause übernehmen wollen. Sie sehen eine Perspektive. Sie sehen Zukunftschancen in dem, was sie tun. Sie wollen nach vorne gehen und sich weiterentwickeln. Das können sie nur, wenn sie das Handwerkszeug dazu bekommen. (Zuruf von Christian Loose [AfD]) Ich kann ehrlich sagen: Als ich davon berichtet habe, worüber wir heute hier sprechen, habe ich von diesen jungen Leuten Kopfschütteln geerntet. Das macht mir Hoffnung, dass sie doch noch erkennen, was hier im Landtag passiert. Da war ich sehr dankbar. (Beifall von der CDU) Für mich ist eine Botschaft ganz klar: „Konservativ“ bedeutet nicht, Dinge zu konservieren, sondern „konservativ“ bedeutet für mich, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Genau das brauchen wir. Wir brauchen Forschung für eine Weiterentwicklung. Wir schaffen keine Bürokratie. Wir helfen, dass es den Tieren besser geht. Der AfD-Antrag bringt viel Empörung und hilft uns mit Sicherheit nicht weiter. Fachlichkeit ist in diesem Antrag Fehlanzeige. Daher wird es Sie kaum wundern, dass wir diesen Antrag sehr deutlich ablehnen werden. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) 17.12.2025

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