Ralf Witzel
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Minister Reul, ich habe hier weder einen Redner der Koalitionsfraktionen noch jemanden von der Oppositionsseite gehört, der an sich etwas gegen moderne Personalauswahlinstrumente hat. Es geht im Kern doch um Folgendes: Die Berufsverbände sehen durchweg die Gefahr, dass mit diesem Schnellschuss, wie er jetzt angelegt ist, nachher eine zu starke politische Einflussnahme ausgeübt wird. Sie wollen mehr Beratungszeit, um sich qualifiziert äußern zu können; denn die über Jahre gewachsene fachliche Beurteilung eines Bewerbers soll schon das absolut größte Strukturgewicht haben. Jede Momentaufnahme, die man durchführt, kann natürlich genutzt werden, um politische Interessen bei der personellen Besetzung von Ämtern durchzusetzen. Herr Minister Reul, was spricht denn aus Ihrer Sicht gegen diese Bedenken der Berufsverbände und deren Bitte, etwas mehr Zeit im Beteiligungsverfahren zu bekommen? Hier brennt doch objektiv gesehen nichts an.
