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Rainer Schmeltzer

05.11.2025 Sitzungen 18/105

Danke sehr, Herr Abgeordneter Loose. – Für die Landesregierung spricht jetzt Ministerin Neubaur. Mona Neubaur*), Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir alle verfolgen die Entwicklung in der Fusionsforschung mit großem Interesse und – das will ich ausdrücklich sagen – mit einer gewissen Faszination. Seit Jahrzehnten träumt die Menschheit davon, die Energie der Sonne auf der Erde nutzbar zu machen. In den letzten Jahren sind tatsächlich bedeutende wissenschaftliche Durchbrüche erfolgt. Trotz dieser Fortschritte bleibt die kommerzielle Anwendung in Sachen „Kernfusion“ in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts nicht absehbar. Die physikalischen Prozesse sind weitestgehend verstanden, aber die technische und energetische Gesamtbilanz ist weiterhin negativ, insbesondere, wenn man das Aufheizen des Plasmas oder den Betrieb der Laser berücksichtigt. Die Kernfusion bleibt bislang also auf dem Niveau der Grundlagenforschung. Expertinnen und Experten schätzen, dass für eine kommerzielle Verwendung noch Jahrzehnte vergehen werden. Diese Vorbemerkung mache ich nicht, um das Potenzial zu negieren, sondern weil auch in dem vorliegenden Antrag – wenngleich vielleicht nicht mehr so Landtag vehement wie in den vorvergangenen Anträgen zum Thema – wieder eine trügerische Hoffnung in Bezug auf die Fusionskraft geschürt wird. Ich mache es kurz. Für die Energiewende, die wir jetzt gestalten müssen, kommt die Fusionskraft zu spät. Unsere Aufgabe ist es, im Heute eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung aufzubauen. Das gelingt, wenn wir erneuerbare Energien ausbauen, Netze modernisieren, Speichertechnologien fördern und wo immer möglich Energieeffizienzen konsequent heben. Wir brauchen eine Infrastruktur, die Strom, Wärme und Mobilität intelligenter miteinander verknüpft, und zwar in diesem Jahrzehnt und nicht im nächsten. Die Kernfusion kann perspektivisch eine zusätzliche Säule werden, aber eben erst für die Zeit nach der jetzigen Energiewende. Wir haben in Nordrhein-Westfalen in der Tat beste Voraussetzungen, um diesen hochtechnologischen Fortschritt langfristig mitzugestalten und tun das ja bereits. Mit dem Forschungszentrum Jülich, dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT und vielen exzellenten Universitäten verfügen wir über eine Forschungslandschaft von internationalem Rang. Mit der Beteiligung an EU-weiten Forschungsvorhaben bringen wir NRW-Institute dazu, Schlüsselkompetenzen, die für den Übergang von der Grundlagenforschung zur Kommerzialisierung der Kernfusion nötig sind, transparent zu machen und einzubringen. Ebenso sind unsere Hochschulen an der Ausgründung relevanter Spin-offs und Start-ups beteiligt. Wir sind aber zum Glück nicht nur in der Forschung stark, sondern zum Beispiel auch im Maschinen- und Anlagenbau der Werkstofftechnik. Wir haben überall eine starke Basis für den Bau und den Betrieb komplexer Fusionsanlagen. Hinzu kommen eine hochentwickelte Energieinfrastruktur und Know-how für die Systemintegration verschiedener Energieträger. Wir stehen in der Sache im engen Austausch mit den genannten Akteurinnen und Akteuren und unterstützen Forschung und Innovation auch im Bereich der Fusions- und Lasertechnologien. Wir werden den Weg der Kernfusion weiterhin aufgeschlossen, aber verantwortungsvoll begleiten. Wenn der Bund die angekündigten Programme tatsächlich umsetzen wird, werden wir uns als Land Nordrhein-Westfalen selbstverständlich daran beteiligen – wissenschaftlich, technologisch und politisch. Wir haben das Thema – es wurde mehrfach gesagt – schon mehrfach in Ausschüssen beraten, bisher noch nicht im Wirtschaftsausschuss, aber auch dort machen wir das natürlich sehr gerne. – Danke schön.

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