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Dr. Hartmut Beucker

AfD 10.07.2025 Sitzungen 18/99

Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Damen! Geehrte Herren! Die beiden anderen beiden Oppositionsparteien SPD und FDP fordern eine dynamisierte Förderung der vier Landestheater in Nordrhein-Westfalen, die nach § 34 des Kulturgesetzbuchs die Aufgabe haben, in allen Landesteilen kulturelle Teilnahme zu ermöglichen. Worum geht es bei den Landestheatern? Die Landestheater in Dinslaken, Detmold, Neuss und Castrop-Rauxel bieten an ihren Standorten und als Gastspiel in anderen Orten Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus Aufführungen aller Sparten – vom Kinder- und Jugendtheater bis zur Oper. So werden in den Spielzeiten 2024/25 und bis 2026/27 unter anderem im Jugend- und Kindertheater angeboten: „Die unendliche Geschichte“, „Alice im Wunderland“, „Peterchens Mondfahrt“, „Der kleine Prinz“, „Die Konferenz der Tiere“, „Der gestiefelte Kater“ und „Des Kaisers neuer Kleider“. Als Schauspiele werden aufgeführt: „Die 39 Stufen“, „Harold and Maude“, „Felix Krull“, „Die Glasmenagerie“, „Der zerbrochene Krug“, „Orlando“, „Der große Gatsby“, „Andorra“, „Arturo Ui“, „Sophie Scholl“, „Die letzten Tage“ und „Die Dreigroschenoper“. Auch Ballette stehen auf dem Spielplan: „Romeo und Julia“ und „Der Nussknacker“. Und bei den Opern finden sich „Die Zauberflöte“ in einer Neuinszenierung, „La Traviata“ und „La Bohème“. 10.07.2025 Das Repertoire zu betrachten, ist ja nicht ganz unwichtig. In Berlin-Friedrichshain werden Förderungen versagt, weil die Themenauswahl – Zitat – „klassisch, sehr deutsch“ sei. Es ging um ein Puppenspieltheater für Kinder. Wir schlagen vor, diese Kriterien bei der Förderung der Landestheater nicht zu übernehmen. Unsere Landestheater geben Gastspiele, beispielsweise „Alice im Wunderland“ in Gütersloh, Bergisch Gladbach, Troisdorf, Herne, Hürth, Lünen, Kleve und Ahaus. Die Landestheater sorgen also dafür, dass nicht nur in Großstädten, sondern auch in Mittelstädten und im ländlichen Raum ein hochwertiges kulturelles Angebot vorhanden ist. Wir unterstützen diese Aufführungen bekannter Werke. Wenn das so in der Breite des Landes geschieht, ist das umso besser. Nun sehen sich die Landestheater neben Honoraruntergrenzen mit denselben wirtschaftlichen Umständen konfrontiert wie die Unternehmen in der Wirtschaft: Lohnabschlüsse, Mindestlohn, Energiekosten, Preissteigerungen; die versprochene Senkung der Stromsteuer wurde gerade abgesagt. Im Antrag wird, um zukünftige Tarifsteigerungen aufzufangen, eine Dynamisierung der Landesförderung gefordert. Dazu hat sich die Landesregierung bislang nicht geäußert. Ein Blick ins restliche Land zeigt: Der Etat des neuen Bundesbeauftragten für Kultur wurde aufgestockt, und Bund und Bundesländer haben nach Aufhebung der Schuldenbremse am letzten Tag des alten Bundestags höhere Verschuldungsgrenzen für die Länder vereinbart. Ein Teil dieses Geldes könnte ja möglicherweise auch in den Kulturetat fließen und zusätzlich Gelder für die Landestheater ermöglichen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Kulturbereich eine privilegierte Behandlung bei Erhöhungen erwarten darf. Das Umfeld für diese nicht einfache Entscheidung stellt sich wie folgt dar. Die deutsche Industrie hat binnen eines Jahres mehr als 100.000 Arbeitsplätze aufbauen müssen, allein 45.000 in der Automobilindustrie. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gingen in NRW knapp 1.600 Betriebe in Insolvenz, 20 % mehr als im Vorjahr. Die chemische Industrie ist gefährdet, bei thyssenkrupp und Ford sieht es schlimm aus. Die verheerende Energiepolitik, die die Arbeitskosten verteuert und Unternehmen in Deutschland die Konkurrenzfähigkeit raubt, wird nicht nur fortgesetzt, sondern die EU-Kommission will die Klimaneutralität jetzt sogar auf 2040 vorziehen. Ob Unternehmen und Privatpersonen das bewältigen können, spielt keine Rolle. Angesichts dessen ist zu entscheiden, ob Förderungserhöhungen im Kulturbereich vertretbar sind. Wir erwarten Argumente, die angekündigte Analyse aus dem Ministerium sowie Diskussionen und Landtag Abwägungen im Ausschuss und stimmen der Überweisung daher gerne zu. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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