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Yvonne Gebauer

FDP 10.07.2025 Sitzungen 18/99

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Castrop-Rauxel, Dinslaken, Detmold und Neuss – unsere vier NRW-Landestheater bringen Kultur in die Fläche. Doch aktuell leiden sie erheblich unter der Inflation, den hohen Energiekosten und insbesondere den gestiegenen Tarifkosten für das Personals. Obwohl der beschriebene Auftrag der Landestheater in § 34 des Kulturgesetzbuches Nordrhein-Westfalen verankert ist, lässt die Landesregierung – jedenfalls bislang –, keine Bereitschaft erkennen, die Landesförderung für das kommende Jahr zu erhöhen oder die Tarifsteigerung beim Personal in der Förderung auszugleichen. Ein solches Nichtverhalten, eine solche Haltung, ist, wenn sie sich denn verfestigt, schlichtweg unverständlich, weil die möglichen Konsequenzen bekannt sind und dramatisch wären. (Beifall von der FDP und der SPD) Landtag Fällt nämlich eine auskömmliche Finanzierung der vier Landestheater weg, müssen diese zwangsläufig ihren Spielbetrieb wie auch ihre Spielorte reduzieren. Dies wäre ein schwerer, womöglich sogar irreparabler Schaden für die Kulturlandschaft hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. (Beifall von der FDP und der SPD) Ich darf Ihnen sagen, dass die Lage der Landestheater in der vergangenen Legislaturperiode unter Beteiligung der Freien Demokraten noch eine gänzlich andere war. Damals sorgte eine Erhöhung der Landesanteile dafür, dass die vier Bühnen ihre jeweiligen Profile weiterentwickeln und zudem für besondere künstlerische Akzente sorgen konnten. So hat zum Beispiel die Burghofbühne in Dinslaken ihre Kinderund Jugendtheaterangebote ausgebaut, während das Landestheater Detmold – das ist von meinem Kollegen Maelzer schon angesprochen worden – die Musiktheatersparte „Junges Musiktheater unterwegs“ modellhaft erproben konnte. Unsere Landestheater erfüllen nicht nur einen staatlichen Kulturauftrag. Sie sind als mobile Bühnen der kulturellen Daseinsvorsorge die zentralen Kulturträger im ländlichen Raum. Ohne unsere vier Landestheater würde ein ganzes kulturelles Versorgungsnetz wegfallen. (Beifall von der FDP und der SPD) Die Landestheater sind es, die anspruchsvolle Theater- und Konzertangebote auch in Städte ohne ein eigenes Ensemble oder Sinfonieorchester bringen. Wenn es unser Anspruch ist – das sollte er auch sein –, qualitativ hochwertige Kulturangebote auch außerhalb der großen Städte zu ermöglichen, dann dürfen wir die Landestheater nicht im Regen stehen lassen, sondern müssen ihnen in jeglicher Hinsicht Planungssicherheit geben. (Beifall von der FDP und der SPD) Frau Ministerin Brandes, vor wenigen Tagen – Kollege Maelzer hat es schon angesprochen – haben Sie einen besorgten Brief aus Neuss erhalten, der über die desaströse finanzielle Situation des dort ansässigen Rheinischen Landestheaters informiert. Dieser Brief greift viele Punkte auf, die sich auch in dem vorliegenden Antrag von SPD und FDP wiederfinden. Ich darf Ihnen sagen, dass wir, SPD und FDP, unsere Landestheater finanziell so ausstatten wollen, dass sie weiterhin hochwertige Kulturangebote anbieten und unsere vielfältige Kulturlandschaft bereichern können. Wir setzen uns für eine Dynamisierung aller zukünftiger Tarifsteigerungen in der Förderung der Landestheater ein, weil es ohne diese Planungssicherheit langfristig keine Zukunft für die Landestheater geben wird. Die notwendige verlässliche Finanzierungs-10.07.2025 perspektive des Landes brauchen wir, weil wir ansonsten befürchten müssen, dass Spielpläne verkürzt, verschoben, verändert werden, dass Strukturen, Vertrauen und Arbeitsplätze zerstört werden. Das gilt es natürlich unbedingt zu vermeiden. (Beifall von der FDP und der SPD) Deshalb hoffe ich auf Einsicht der Landesregierung. – Herzlichen Dank. (Beifall von der FDP und der SPD)

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