Christof Rasche
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Über Schwimmfähigkeit, über Schwimminfrastruktur, über Lehrschwimmbecken reden wir regelmäßig, und das ist gut, und das ist wichtig. Ich möchte in meiner Rede kurz in drei Positionen auf das Thema eingehen. Erstens. Viele Menschen ertrinken tatsächlich. 2024 waren das 57 in Nordrhein-Westfalen, allein in diesem Juni fünf. In der Tat hat die Kollegin recht. Im Rhein hilft schwimmen können nicht – da ist die Strömung zu stark –, woanders aber schon. Tatsache ist, der Anteil derer, die nicht schwimmen können, nimmt in Nordrhein-Westfalen zu. Schwimmunterricht in den Schulen ist also weit mehr als nur Sport. Zweitens: Versprechen der Koalition, des Ministerpräsidenten. Der Ministerpräsident hat in seiner Regierungserklärung im Jahre 2022 hier am Rednerpult versprochen, dass noch in dieser Legislaturperiode jedes Kind, das die Grundschule verlässt, schwimmen kann. Punkt. (Beifall von der FDP und der SPD) – Vielen Dank. Der Personalmangel und die mangelnde Infrastruktur waren bei diesem Versprechen schon bekannt, können heute also nicht als Ausrede dienen. Die letzte Möglichkeit vor der nächsten Landtagswahl, das zu bewerten – das war ja das Versprechen –, besteht im Sommer 2026, denn dann verlassen zum letzten Mal vor der Landtagswahl Grundschüler die Grundschule. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage, die ich gestellt habe, steht: Statistiken zur Schwimmfähigkeit von Schülern werden aktuell nicht zentral erhoben. – Angesichts der Zielsetzung wundert mich das ein bisschen. Aber ich bin diplomatisch: Natürlich vertraue ich grundsätzlich dem Ministerpräsidenten und bin gespannt, welches Ergebnis wir nächstes Jahr sehen werden. Landtag Drittens: Die Position der FDP. Wir müssen Hallenschwimmbäder, insbesondere die in kommunaler Hand, sanieren, teilweise neu bauen. Wir müssen Versorgungslücken im Schwimmunterricht dringend schließen. Wir müssen dringend massiv in die gesamte Schwimminfrastruktur, nicht nur in Lehrschwimmbecken investieren, insbesondere in Lehrschwimmbecken in kommunaler Trägerschaft. Wir müssen dringend, zwingend das erfolgreiche Programm „Moderne Sportstätte 2022“, das dann gerne „Moderne Sportstätte 2030“ heißen mag, erneut auflegen. Das ist zwingend für dieses Ziel notwendig. Ich finde, im Sport muss es fair zugehen, und das sollte auch für die Politik gelten. Versprechen müssen gehalten werden. Lieber Jens Nettekoven, du hast dich eben bedankt. Das tue ich auch – bei all denjenigen, die sich im Sport und im Schwimmsport ehrenamtlich einsetzen. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich mich im Sommer 2026 beim Ministerpräsidenten bedanken darf, dass er sein Versprechen eingehalten hat. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)
