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Yvonne Gebauer

FDP 05.06.2025 Sitzungen 18/97

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein finnisches Sprichwort besagt: Tanzen ist Träumen mit den Beinen. – Ich finde, das ist eine sehr schöne Vorstellung. Tanz ist ein kulturelles Aushängeschild hier bei uns in Nordrhein-Westfalen, und zwar nicht nur wegen bekannter Leuchttürme wie dem Tanztheater Pina Bausch, dem PACT Zollverein oder auch dem tanzhaus nrw. Tanz ist aber nicht nur eine künstlerische Ausdrucksform, sondern auch ein bedeutender Träger kultureller Bildung und Teilhabe. (Beifall von der FDP) Gerade unsere Kinder und Jugendlichen finden über den Tanz einen niedrigschwelligen Zugang zur Kultur. Vor diesem Hintergrund sind die angekündigten Kürzungen im Bereich der Spitzen- und Exzellenzförderung besonders schmerzhaft, (Beifall von der FDP) weil sie sich auch auf die Tanzlandschaft hier bei uns in Nordrhein-Westfalen auswirken. Leider muss in diesem Kontext einmal mehr angemerkt werden, dass mit den betroffenen Akteurinnen und Akteuren in den vergangenen Wochen und Monaten unseres Erachtens nicht angemessen umgegangen wurde. Was ich an anderer Stelle zur mangelnden Kommunikation bereits öffentlich angemahnt habe, zeigt sich hier erneut. Denn wäre mit den Betroffenen sowohl frühzeitig als auch transparent über die möglichen Auswirkungen der schwierigen Haushaltslage gesprochen worden, hätte man Zeit gehabt, auch über mögliche Lösungswege oder wenigstens über Prioritätensetzungen zu sprechen. So ist aber in der Vergangenheit viel Porzellan zerschlagen worden. (Beifall von der FDP) Auf die Ernüchterung der Betroffenen folgt nicht selten Wut, weil Existenzbedrohungen an der Tagesordnung sind. Hört man sich in der Tanzlandschaft um, dann stößt man auf Sätze wie – ich darf zitieren –: Wenn man die freie Szene loswerden will, dann muss 05.06.2025 man es genau so machen. – Meine Damen und Herren, schade, dass es so weit gekommen ist! Ich möchte in diesem Zusammenhang aber gerne auch einmal den Blick zurückwenden. Mit dem 2014 verabschiedeten Kulturfördergesetz schuf Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland eine gesetzliche Regelung für die Kulturförderung. Als das Kulturgesetzbuch mit Beginn des Jahres 2022 dann in Kraft trat, nahm unser Land erneut eine kulturpolitische Vorreiterrolle ein. (Beifall von der FDP und Andreas Bialas [SPD]) Damit verbunden war ein verlässliches, ein klares Bekenntnis zu Planungssicherheit. Insofern knüpft unser Antrag an zentrale kulturpolitische Leitlinien an, welche die Kunst- und die Kulturszene bei uns in Nordrhein-Westfalen, hier im Besonderen die freie Szene, in den letzten Jahren maßgeblich geprägt haben. Die freie Szene hat sich eine professionell strukturierte Förderarchitektur aufgebaut. Sie ist bundesweit vernetzt und setzt auf nachhaltige Partnerschaften. Dies gilt auch für die dezentral aufgestellte und interdisziplinär arbeitende Tanzszene. Nachhaltiger Erfolg ist aber abhängig von verlässlichen Rahmenbedingungen. Wer bis zum spätestmöglichen Zeitpunkt nicht weiß, ob und in welcher Höhe durch das Land Projekte gefördert werden, der muss seine Ausgaben reduzieren, der kann Projekte nicht realisieren, der verliert Personal und Struktur. (Beifall von der FDP und Andreas Bialas [SPD]) Herr Vaněk-Preuß vom Tanzgenerator sagte dazu in dieser Woche treffend – ich darf zitieren –: „Kultur ist ein Freiheitsraum der Demokratie. Es sollte ein Alarmzeichen sein, wenn diese Räume abgeschafft werden und ihr Eigenwert nicht mehr gesehen wird.“ (Beifall von der FDP und Andreas Bialas [SPD]) Auch wir Freien Demokraten warnen davor, die negativen Auswirkungen der Kürzung im Bereich der Spitzen- und Exzellenzförderung zu unterschätzen. Wenn renommierte Kulturinstitutionen ins Wanken geraten, gefährden wir nicht nur künstlerische Exzellenz, sondern auch wichtige kulturelle Bildungsangebote für unsere Kinder und Jugendlichen. Auch deshalb sind wir Freien Demokraten der Meinung: Tanz in Nordrhein-Westfalen verdient nicht nur gesellschaftliche Anerkennung, sondern auch eine auskömmliche Unterstützung. Tanz in Nordrhein-Westfalen als niedrigschwelliger Bildungszugang und Möglichkeit des nonverbalen Landtag Austausches, im Besonderen für unsere Kinder und Jugendlichen! Tanz in Nordrhein-Westfalen als künstlerische Ausdrucksform für junge Talente und Profis mit regionaler, mit nationaler, aber auch mit internationaler Strahlkraft! Tanz in Nordrhein-Westfalen als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor! Für all das stehen wir Freie Demokraten. Das fordern wir von der Landesregierung, und dafür werben wir mit dem vorliegenden Antrag. – Herzlichen Dank. (Beifall von der FDP und Andreas Bialas [SPD])

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