Gordan Dudas
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratische Fraktionen! Tag für Tag bewegen wir uns fort, sei es der Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Kita, zum Sport, zu ehrenamtlichen Tätigkeiten, für den Einkauf oder für andere Erledigungen, die anstehen. Ganz einfach formuliert starten wir an Punkt A und streben Zielpunkt B an. So unkompliziert sollte es sein. Zumindest könnte man das annehmen. Wie erfolgreich wir dabei sind, hängt in der Praxis jedoch stark von der Kommune ab, in der wir leben, oder von dem Viertel, in dem wir zu Hause sind. Ob wir in einer flachen Region oder in bergigen Gebieten wohnen, ob die Stadt oder das Dorf noch genügend Platz bietet oder bereits baulich an die eigenen Grenzen gestoßen ist, beeinflusst unsere Mobilität erheblich. In größeren Städten stehen Bus und Bahn häufig gut vernetzt zur Verfügung. In der Regel sind es nur wenige Hundert Meter, die man zu Fuß zur Haltestelle zurücklegen oder auch mit dem Fahrrad fahren kann. Das Fahrrad stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, um den Bus oder auch den Zug zu erreichen. Es kann auch selbst als Transportmittel zum Ziel genutzt werden. Kürzere Strecken können problemlos zu Landtag Fuß zurückgelegt werden. Darüber hinaus kommt der Pkw ins Spiel, sofern er zur Verfügung steht, um längere Distanzen oder Transporte zu bewältigen. All das erscheint so offensichtlich und selbstverständlich, dass man es kaum erwähnen müsste. Oder etwa doch? Können die Menschen in Nordrhein-Westfalen unabhängig von ihrem Wohnort ihre Mobilität selbstbestimmt gestalten? Allzu oft erhalten wir von den Menschen, insbesondere von den berufstätigen Familien, die Rückmeldung, dass dies nicht möglich ist. Sie sind oft auf das Auto angewiesen, weil der öffentliche Nahverkehr zu weit entfernt ist, zu selten fährt oder auch häufig ausfällt. Andere sind gezwungen, Strecken, für die normalerweise das Fahrrad oder sogar das Gehen angemessen wäre, ebenfalls mit dem Pkw zurückzulegen, da Fuß- und Radwege nicht ausreichend ausgebaut, sicher oder auch barrierefrei sind. Gerade wenn man Kinder und Jugendliche zur Schule schickt, möchte man sicherstellen, dass sie wohlbehalten ankommen. Auch längere Strecken müssen zurückgelegt werden. Aber viele können sich kein Auto leisten. Wie gelangt man ans Ziel, wenn der Bus nicht fährt oder kein Bahnhof in der Nähe ist? Wie kann man dann selbstbestimmt mobil sein? Die Möglichkeit zur freien Wahl der Mobilität ist für viele Menschen in unserer Region also keinesfalls selbstverständlich. Viel zu oft bestehen Defizite in den Mobilitätsketten, die aufgrund einer unzureichend ausgebauten Infrastruktur nicht flexibel nutzbar sind und in vielen Lebenssituationen keine sichere, bedarfsgerechte oder barrierefreie Option darstellen. Die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben aber das Recht auf echte Wahlfreiheit und verschiedene Möglichkeiten, sich fortzubewegen und ihren Bedürfnissen nachzukommen. Die erforderlichen baulichen Maßnahmen können jedoch nicht allein von den Kommunen finanziert werden, die bereits jetzt finanziell am Limit sind. Deshalb ist es essenziell, insbesondere intermodale Projekte gezielt zu unterstützen, sichere Umsteigepunkte und Fahrradstationen sowie Schnellbuslinien angemessen zu fördern. Dabei muss auch die Unterschiedlichkeit der Regionen berücksichtigt werden. Urbane Räume stehen vor anderen Herausforderungen als beispielsweise ländliche Kommunen wie die, aus der ich komme. Doch das Ziel der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse gibt uns den Rahmen vor. Um die Wahlfreiheit zu verwirklichen, müssen die Alternativen – das öffentliche Nahverkehrssystem sowie Fuß- und Radwege – deutlich stärker gefördert werden. Wer es ernst meint, wird sich um praktikable Lösungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger bemühen. 22.05.2025 Dafür setzen wir uns mit unserem Antrag ein. Lassen Sie uns gemeinsam ideologiefrei und im Sinne eines breit gefächerten Mobilitätsangebotes den Menschen in all ihren Lebenssituationen, insbesondere auch den berufstätigen Familien, die sich in der Rushhour des Lebens befinden, echte Wahlfreiheiten ermöglichen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD)
