Marcel Hafke
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Frühkindliche Bildung ist das Fundament für Bildungserfolg, Integration und soziale Teilhabe. Doch dieses Fundament steht zunehmend unter Druck. Der Fachkräftemangel in Kitas verschärft sich, während Zeit für pädagogische Arbeit schwindet. Bürokratie und Organisation dominieren. Gleichzeitig wächst der Sprachförderbedarf bei Kindern aus allen gesellschaftlichen Gruppen. Besonders alarmierend ist: Fast die Hälfte der Kinder zeigt bei der Schuleingangsuntersuchung Sprachdefizite. Kinder aus benachteiligten Familien haben zudem oft schlechteren Zugang zu Förderangeboten. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir neue Ansätze. Hier kann Künstliche Intelligenz helfen. Sie ist keine Bedrohung, sondern sie kann eine wertvolle Kollegin oder ein hilfreicher Kollege sein. Das Ziel ist die Entlastung der Fachkräfte, damit sie mehr Zeit für die Kinder haben. In der Praxis zeigt sich bereits, dass KI-Prozesse wie Spracherkennung vereinfachen, Defizite frühzeitig sichtbar machen und individuelle Förderung durch interaktive mehrsprachige Angebote ermöglichen kann. Auch kulturelle Hürden können zum Beispiel bei Elterngesprächen abgebaut werden, etwa durch KI-gestützte Übersetzungen. Pädagogische Qualität braucht gut ausgebildete und entlastete Fachkräfte. KI kann hier sogar doppelt helfen, denn sie übernimmt Verwaltungsaufgaben und unterstützt mit digitalen Fortbildungsangeboten wie Lernplattformen oder Sprachmodellen wie ChatGPT. Es geht nicht um eine Automatisierung um jeden Preis, sondern es geht um eine digitale Professionalisierung. Technologie soll entlasten und nicht ersetzen. (Beifall von der FDP) Natürlich begegnen uns auch Vorbehalte. KI sei unpersönlich, zu technisch oder gefährlich. Unsere Antwort darauf lautet: KI ist so gut, wie wir sie gestalten. Datenschutz, emotionale Entwicklung und Vertrauen sind für uns zentrale Voraussetzungen für die Kinder, für die Erzieherinnen und Erzieher und für die Eltern – und das alles mit klaren Regeln, Transparenz und Elternbeteiligung. (Beifall von der FDP) Meine Damen und Herren, Angst war nie ein guter Ratgeber für Fortschritt. Wir Freie Demokraten setzen auf Technikoptimismus statt auf Kulturpessimismus. Unsere Kinder wachsen in einer digitalen Welt Landtag auf. Medienbildung, der Umgang mit digitalen Tools und KI-Kompetenz müssen deshalb früh beginnen. Der Einsatz von KI in Kitas ist auch eine Investition in die digitale Mündigkeit und damit in die Teilhabe von morgen. Deshalb fordern wir konkret eine gezielte Förderung von KI in Kitas für Sprachförderung, Verwaltung und individuelles Lernen. Wir wollen eine zentrale Plattform mit Übersetzungen, Videos und interaktiven Tools aufbauen, Fachkräfte fortbilden und den Datenschutz verbindlich, transparent und zustimmungsbasiert regeln. Ich glaube, dass KI einen Beitrag leisten kann, die frühkindliche Bildung zu verbessern, den Fachkräftemangel etwas besser in den Griff zu bekommen und gleichzeitig die Bildungschancen für die Kinder zu verbessern. Daher freue ich mich über eine Überweisung des Antrags in den Ausschuss, eine gute Debatte und wenn insbesondere die regierungstragenden Fraktionen die Impulse aus diesem Antrag aufnehmen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
