landtag.nrw.de ↗

Rainer Schmeltzer

27.03.2025 Sitzungen 18/92

Danke sehr, Herr Abgeordneter Schalley. – Für die Landesregierung spricht jetzt Minister Krischer. Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Dass Tiere ihre Verbreitungsgebiete verändern, sich ausbreiten, ist eigentlich ein völlig natürlicher Vorgang. Wir haben nur, seitdem die Menschen auf diesem Planeten arbeiten, das Landtag Phänomen, dass wir durch unser Tun und Handeln die Ausbreitung bestimmter Tier- und Pflanzenarten auch über Kontinente hinweg ermöglichen, teilweise sogar befördern. Es hat in der Vergangenheit und in früheren Jahrhunderten viele Fälle gegeben, in denen die Ansiedlung von gebietsfremden Arten sogar absichtlich erfolgt ist. So musste vor einigen Jahren die Europäische Union darüber entscheiden, eine Verordnung für invasive Arten zu schaffen, weil nämlich ein Teil dieser Arten – längst nicht alle, aber ein Teil – große Probleme sowohl für die Wirtschaft als auch für den Natur- und Artenschutz darstellt. Das ist die heute schon mehrfach erwähnte Verordnung der Europäischen Union zu invasiven Arten. Das ist völlig richtig. Da, wo Schäden durch solche Arten entstehen, muss man schauen, wie man diese Arten bekämpfen kann, wie man vorankommt, wie man am Ende verhindert, dass die Ausbreitung immer weitergeht. Kollege Wille hat es aber eben schon richtig beschrieben. Wenn man sich die Liste der invasiven Arten ansieht, dann müssen wir konstatieren – und das ist nur eine Feststellung –, dass sich trotz Verordnung, trotz vielfältiger Aktivitäten die meisten invasiven Arten in unseren Ökosystemen etablieren. Das scheint auch bei der Asiatischen Hornisse so zu sein, auch wenn uns allen das nicht gefällt. Sie ist 2004, es wurde bereits erwähnt, zum ersten Mal in Frankreich aufgetaucht. Inzwischen ist sie in 19 europäischen Staaten zu finden. Darunter sind mehrere Länder wie etwa Frankreich, wo die Verbreitung mittlerweile flächendeckend, ubiquitär ist. Das zeigt, dass Bekämpfungsmaßnahmen, die in diesen Ländern ja stattgefunden haben, ganz offensichtlich nicht erfolgreich waren. Deshalb ist es gut – und ich danke der SPD für diesen Antrag –, dass wir darüber nachdenken, welche Konsequenzen wir daraus ziehen. Was können wir tun, um diese invasive Art, die die Honigbiene, aber auch die Insektenbiodiversität schädigen kann, möglichst zu beschränken? Was können wir tun, um die Schäden zu minimieren? Auf der einen Seite ist die Bekämpfung, das ist völlig richtig. Wenn man sich aber mit den Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Asiatische Hornisse beschäftigt, dann wird man feststellen, dass diese extrem aufwendig sind, weil sich gerade die Sekundärnester zur Sommerzeit in hohen Baumwipfeln befinden. Diese überhaupt zu finden, ist eine große Herausforderung, geschweige denn die Nester an oft unzugänglichen Standorten mit Hubsteigern und ähnlichem Gerät zu erreichen und dann zu beseitigen. Das ist ein zusätzliches Problem, weil hier spezielle Vorrichtungen eingesetzt werden müssen. 27.03.2025 Diese invasive Art stellt uns zweifelsohne vor eine Herausforderung. Wir müssen konstatieren, dass die Bekämpfungsmaßnahmen, die bisher vor allen Dingen in anderen Ländern, aber auch bei uns stattgefunden haben, nicht immer wirken. Deshalb müssen wir darüber reden. Die Landesregierung kümmert sich darum, wie wir beispielsweise die wirtschaftlichen Schäden von Imkereien minimieren können. Ehrlicherweise gehört es auch zur Strategie, Lehrgänge, Hinweise, Leitfäden und dergleichen zu schaffen, mit deren Hilfe es Imkereien möglich ist, sich vor dieser invasiven Art zu schützen. Deshalb ist es gut, dass wir die Debatte führen, und zwar auch im Zusammenhang mit der Frage, wie wir unsere Ökosysteme so stärken und am Ende einen Beitrag dazu leisten können, dass die Rahmenbedingungen für invasive Arten durch den Klimawandel, durch andere Faktoren nicht immer noch besser werden, sondern dass wir am Ende des Problems Herr werden. Das ist in vielen Bereichen ein Thema, nicht nur bei der Asiatischen Hornisse, aber eben auch hier, dem sich die Landesregierung stellt. Die Landesregierung begrüßt es ausdrücklich, dass sich auch der Landtag mit dem Thema beschäftigt – darauf freue ich mich –, um neue und gute Impulse zu entwickeln, um einem bedrohlichen und schwierigen Szenario hoffentlich ein Ende zu bereiten. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

Alle Reden von Rainer Schmeltzer Protokoll ↗