Marco Schmitz
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Präsident! Handwerk hat goldenen Boden. Wir versuchen in unserer Regierungsarbeit Tag für Tag, junge Menschen an die duale Ausbildung heranzuführen. Wir versuchen, sie an das Handwerk heranzuführen, damit sie sagen: Ja, das ist etwas für mein Leben; ich kann mir vorstellen, dort zu arbeiten. Es ist auch für unsere Gesellschaft und für die Wirtschaft essenziell, dass wir es schaffen, junge Menschen dazu zu bringen, wieder ein Handwerk zu erlernen, wie es viele Generationen vor ihnen gemacht haben. Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell, das seinesgleichen in der Welt sucht. Die Kombination aus schulischer und handwerklicher Ausbildung funktioniert bei uns im deutschsprachigen Raum hervorragend. Dafür ist es wichtig – da stimme ich mit der FDP und Kollegin Schneider überein –, dass wir jungen Menschen diese Jobs als attraktiv darbieten. Dafür gibt es aber auch andere Möglichkeiten als ausschließlich ein freiwilliges Handwerksjahr. In der schulischen Praktikumsausbildung in den 8. oder 9. Klassen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in verschiedene Berufe hineinzuschnuppern. Sie können dort zwar kein ganzes Jahr arbeiten, aber sie können hineinschnuppern und schauen, ob das Handwerk oder der Ausbildungsberuf etwas für sie ist oder – das finde ich genauso wichtig – ob das ein Bereich ist, in dem sie nicht arbeiten möchten. Meine Präferenz ist aber, zu versuchen, dass die jungen Menschen nach der Schule möglichst schnell einen Ausbildungsplatz bekommen, dass sie nicht erst in einem einjährigen Praktikum mit vier verschiedenen Stationen feststecken. Aus Schleswig-Holstein wissen wir, dass oftmals schon aus der ersten Praktikumsstation heraus ein Ausbildungsvertrag entsteht, weil sie sehr zufrieden mit der Ausbildung sind und weil sowohl der Betrieb als auch der Praktikant den Wechsel in den Ausbildungsbereich wollen. Landtag Wir alle haben im Vorfeld mit dem Handwerk gesprochen. Ich halte unsere Kammern in Nordrhein-Westfalen für so fit, dass sie als Ausbildungsstation oder als Dachorganisation des Handwerks die Möglichkeit haben, selber für ihren Beruf zu werben. Die Bezahlung erfolgt ohnehin durch die Betriebe vor Ort. Die Kammern müssten jetzt Praktika anbieten und das koordinierend für ihre Mitgliedsbetriebe organisieren, weil sie sich um den eigenen Nachwuchs kümmern und Fachkräfte für die Betriebe gewinnen wollen. Das sehe ich als Hauptaufgabe an, die von den Handwerkskammern organisiert werden muss. Ansonsten haben wir schon andere etablierte Programme. Wir haben „Kein Abschluss ohne Anschluss“, und wir wollen keine zusätzlichen Parallelstrukturen aufbauen. Das Projekt in Schleswig-Holstein ist erst einmal für drei Jahre angelegt. Wir werden sicherlich eine Anhörung dazu machen; davon gehe ich aus, sonst würden den Antrag heute nicht überweisen. Ich bin gespannt, ob man noch Ideen aus Schleswig-Holstein aufgreifen kann. Wir werden Praktiker dabeihaben, die uns das entsprechend erläutern. Wir müssen schauen, wie wir es schaffen, mit den Ideen den Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Ob dafür ein freiwilliges Handwerksjahr notwendig ist oder ob wir das in anderen Formen machen, werden wir sehen. Ansonsten geben wir die Zusage vonseiten der schwarz-grünen Landesregierung, der regierungstragenden Fraktionen, dass wir weiterhin dafür kämpfen, dass junge Menschen eine Berufsorientierung bekommen, die ihnen zeigt, wohin der Weg in ihrem beruflichen Leben gehen kann, dass sie eine Ausbildungsstelle bekommen und dann mit einem Gesellenbrief in der Tasche ihr Leben bestreiten können. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
