Enxhi Seli-Zacharias
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute vor einer Woche wird ein zweijähriger kleiner Junge mit neun Messerstichen ermordet. Ein Held geht dazwischen, um zu verhindern, dass weitere Kinder bestialisch abgeschlachtet werden. Und das Einzige, worüber Sie hier seit einer Stunde debattieren können, ist die Brandmauer zur AfD. (Beifall von der AfD) Ich frage mich: Wie verkommen muss man sein? (Hendrik Schmitz [CDU]: Das ist doch ein Witz! – Zurufe von Martin Metz [GRÜNE] und Verena Schäffer [GRÜNE]) Wenn das Ihre einzige Sorge ist und mir die Grünen hier vorne etwas von Gewissen erzählen wollen, frage ich zusätzlich: (Zuruf von Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]) Wie schamlos kann man sein, hier vorne solche Reden zu halten? (Beifall von der AfD – Verena Schäffer [GRÜNE]: Halten Sie sich doch mal selbst den Spiegel vor!) Seit Ewigkeiten versuchen wir wegen der Debatte rund um Messerattacken in diesem Land, eine Datenbasis zu schaffen. Seit Jahren stellen wir Anfragen, seit Jahren stellen wir konkrete Anfragen an den Minister. Wir wollen einfach verstehen, wie sich die Blutspur in diesem Land erklären lässt. Wenn man sich hier vorne hinstellt oder in den Ausschüssen debattiert und allein die Aussage macht, dass fast ausschließlich Menschen aus dem arabischen Raum für diese Taten verantwortlich sind, muss ich mir im Ausschuss von der SPD anhören, 29.01.2025 dass man in der Statistik auch drei mit kosovarischem Pass entdeckt habe. Diese Replik bezieht sich vielleicht auf meine Person, auch wenn der betroffene Kollege nicht mal wusste, dass Kosovo und Albanien zwei verschiedenen Staaten sind. (Zuruf) Ich will an dieser Stelle eines ganz deutlich sagen: Es gibt für jede ethnische Gruppe einen spezifischen Schwerpunkt in der Kriminalität. Im Balkan, verehrte SPD, ist es ganz gewiss nicht die Messerkriminalität. Als Balkanerin erlaube ich mir, das ganz deutlich von mir zu weisen. Das ist für viele Menschen schlichtweg eine Beleidigung. (Beifall von der AfD – Berivan Aymaz [GRÜNE]: Das ist Rassismus pur, was Sie hier machen! Rassismus pur!) Ich fahre fort: Als ich zu Beginn der Ausschusssitzung sagte – später ging es in der Sitzung noch um die Tat von Aschaffenburg –, dass es soziologische Gründe, Erklärungsmuster gibt, warum wir in Deutschland aus der arabischen Identitätskultur folgend vermehrt diese Täter vorfinden, wurde ich dafür niedergebrüllt. Dafür wurde ich wieder als vermeintliche Rassistin bezeichnet. (Zurufe von den GRÜNEN) Ich will im kulturhistorischen Zusammenhang kurz etwas darstellen – nehmen Sie das gerne mit –: Es ist ganz interessant, sich mal mit den Assassinen auseinanderzusetzen. Aber Sie wollen es ja nicht verstehen. Genauso wollen Sie nicht verstehen, dass in diesem Land ein immer wiederkehrendes Muster auftritt. Das Muster sieht wie folgt aus: Es passiert eine schreckliche Tat, nach dieser schrecklichen Tat kennen wir innerhalb von Sekunden das gesamte Vorstrafenregister der Mörder – innerhalb von Sekunden –, und dann erzählt mir der Innenminister hier vorne: Der Staat funktioniert. – Wo war denn der Staat bei den Dutzenden Taten? Wo war denn der Staat, um diese Leute bei so einem Vorstrafenregister zu überprüfen? Dieser Staat funktioniert nicht, und das haben die Menschen da draußen verstanden. (Beifall von der AfD) Und dann, innerhalb kürzester Zeit und anstatt darüber zu trauern … Denken wir an Yannis und an seine Mutter. Das Kind war zwei Jahre alt; die Mutter kann sich sicherlich noch an die Tritte im Bauch erinnern. Ein zweijähriges Kind! Stellen Sie sich das vor; ein zweijähriges Kind! Das ist so ein Körper! Neun Messerstiche! Lassen Sie das einfach mal im Kopf passieren! Vor Weihnachten: André. Da lagen die Geschenke schon unter dem Weihnachtsbaum, und das Kind kommt um. Was macht das mit den Menschen? Das ist kein Schicksalsschlag. Es macht einen Unter-Landtag schied, ob dein Kind durch Leukämie stirbt oder ob dein Kind durch die Hand eines Menschen stirbt, den Sie ins Land gelassen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall von der AfD) Sie tragen Verantwortung. Statt sich dieser Verantwortung zu stellen, kommt was? Es werden natürlich Demos organisiert, so wie vergangenen Samstag. (Zuruf von der SPD: Ja, gegen rechts!) Darunter waren führende Köpfe von hier. Ich nenne nur ein paar Grüne. Herr Achtermeyer, da haben Sie schön gegrinst, ne? Was war denn am vergangenen Samstag? Am vergangenen Samstag, als die Grünen lächelnd und grinsend schöne Selfies gemacht haben, saß die Familie von Ann-Marie daheim. Das war nämlich der Todestag von Ann-Marie, die in Brokstedt zusammen mit ihrem Freund Danny mit über 20 Messerstichen bestialisch getötet wurde. Das müssen Sie sich einfach mal vorstellen. Die Familie saß daheim und hat getrauert, (Zuruf von Markus Wagner [AfD]) genau am vergangenen Samstag. Anstatt einfach einmal Empathie zu empfinden und hier vorne offen und ehrlich zu sagen, dass es zur Verantwortung dazugehört, sich die Tatsache bewusst zu machen, wen Sie ins Land lassen, (Zurufe von Kirsten Stich [SPD] und Frank Müller [SPD]) müssen wir durch diese Kuscheljustiz in diesem Land immer wieder erfahren, es wären alles psychisch Kranke. Ich verwehre mich dagegen. Das sind keine psychisch Kranken. Das sind Menschen, die wie auch Kriminelle abgeschoben gehören. Und dann sollen sich die Taliban um ihre psychisch Kranken kümmern. Wir sind es leid! (Beifall von der AfD – Kirsten Stich [SPD]: Un- fassbar, so eine Hasstirade!)
