Frank Müller
Guten Abend, Herr Präsident. – Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schon die Überschrift über dem AfD-Antrag ist geheuchelt. Ich glaube, die Rede hat das gerade auch noch einmal deutlich gezeigt: Der AfD geht es nicht um den Schutz oder um die Unterstützung junger Menschen. Es geht um die Lufthoheit über den Stammtischen. Die Gefühle und der Leidensdruck der Betroffenen sind Ihnen dabei komplett egal. Aber noch schlimmer: Sie machen die Betroffenen mit solchen Reden zu Zielscheiben, und das finde ich unerträglich. (Beifall von der SPD, der CDU und den GRÜNEN) Ich hätte das heute auch gerne Dr. Vincentz gesagt, der gerade nicht anwesend ist, aber er kann es im Protokoll nachlesen. Denn wenn er sein ärztliches Ethos ernst nehmen würde, dann könnte er seinen Namen nicht unter solche Anträge setzen. Er müsste es eigentlich besser wissen, oder er sollte zumindest seine nächste Pflichtfortbildung in diesem Bereich machen. Herr Schalley, vielleicht lassen Sie sich bei der Gelegenheit auch noch das Thema Off-Label-Use von Ihrem Kollegen Dr. Vincentz erklären. 13.11.2024 (Beifall von der SPD und Susanne Schneider [FDP] – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN) Aber wenn Sie Kinder ernsthaft schützen wollen, dann würden Sie Ihren Kulturkampf eben nicht auf deren Rücken austragen. Dann würden Sie sich mit sorgfältigen Abwägungen beschäftigen, mit denen sich Fachärztinnen und Fachärzte jeden Tag auseinandersetzen. Die AfD ignoriert Fachlichkeit. In Ihrem Antrag zeichnet sie ein Bild von unverantwortlichen Ärztinnen und Ärzten, die mit Pubertätsblockern nur so um sich werfen würden. Die AfD suggeriert, Deutschland beschreite einen Sonderweg.
