Christof Rasche
Für die Landesregierung hat jetzt Minister Karl-Josef Laumann das Wort. Bitte sehr. Karl-Josef Laumann*), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dieser Antrag stellt im Ganzen sechs Forderungen an das Land Nordrhein-Westfalen. Jetzt gehen wir die einmal durch: Es wird ein landesweites Monitoring gefordert. Ich will Ihnen nur sagen, dass ein solches Monitoring mittlerweile schon seit Jahren Bestandteil der Landesgesundheitsberichterstattung ist. Das gibt es also, das müssen wir nicht mehr machen. Der zweite Punkt ist, im Zuge der Präventionskampagne in Zusammenarbeit mit Unternehmen gesundheitsfördernde Maßnahmen am Arbeitsplatz zu implementieren. Wir haben seit Jahren in Deutschland ein Präventionsgesetz, das besagt, dass die Krankenkassen einen bestimmten Anteil für Prävention ausgeben müssen. Das haben wir in Lebenswelten eingeteilt. Da gibt es eben auch die Lebenswelt Arbeit. Also auch in dieser Frage gibt es eine Lösung. Die dritte Forderung, betriebliche Gesundheitsförderung zu erarbeiten, ist ohne Frage eine Aufgabe auch bei uns im Land, und zwar von LIA. Dafür gibt es dort eine Koordinierungsstelle. Aber im Großen ist es natürlich auch eine wichtige Aufgabe, die die BZGA mit Sitz in Köln für diese Fragen in der Bundesrepublik Deutschland übernimmt. Auch das gibt es also. Der Punkt vier, Informationskampagnen zur Gesundheit zu schärfen, ist eine Aufgabe, die die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen ihrer gesamten Präventionsarbeit zur gesundheitlichen Aufklärung bereits machen. Schließlich wird gefordert, eine Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden, Unternehmen und Bildungseinrichtungen zu forcieren. Das werden wir sicherlich in Nordrhein-Westfalen mit dem neuen Amt für Gesundheit und Arbeitsschutz viel besser hinkriegen als in der Vergangenheit, weil wir den Arbeitsschutz mit der Gesundheit in einem neuen Landesamt bündeln werden. Das heißt also, dass wir, lieber Kollege Vincentz, Ihre Forderungen erfüllt haben, vielleicht aus Ihrer Sicht nur weitestgehend erfüllt haben. Aber von daher bedarf es hier dieses Antrags nicht. Lassen Sie mich mal aus meiner Lebenserfahrung etwas zu den Fragen von Krankenständen sagen. Wenn es irgendwo einen sehr hohen Krankenstand gibt und man sich den nicht durch Langzeiterkrankungen oder andere Dinge erklären kann, dann würde ich jedem, der das in seinem Verantwortungsbereich hat, raten: Kümmert euch mal darum, wie die Stimmung im Laden so ist. Ich kann Ihnen nur sagen, wenn auf einem Arbeitsplatz, in einem Arbeitsbereich 13.11.2024 eine schlechte Stimmungslage ist – bei mir zu Hause würde man dann sagen, der Haussegen hängt schief –, dann hat das auch mit Krankheitsentwicklungen an den Arbeitsplätzen etwas zu tun. Da, wo die Leute gerne sind, wo sie gerne hingehen, wo sie Bestandteil eines Teams sind, wo sie den Eindruck haben, dass sie etwas gestalten können, haben wir in der Regel auch niedrigere Krankenstände als dort, wo das anders organisiert ist. Das ist zumindest die Erfahrung eines Menschen, der mittlerweile in seinem 51. Berufsjahr steht. – Schönen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
