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Enxhi Seli-Zacharias

AfD 13.11.2024 Sitzungen 18/78

Vielen Dank für die Zwischenfrage, Herr Klute. – Ich kann Ihnen ganz deutlich sagen, dass ich die Inklusion in der Form, wie wir sie immer wieder auch in diesem Plenarsaal debattieren, ebenfalls als Irrweg bezeichne. Das sage ich ganz offen und ehrlich, und ich möchte Ihnen die konkreten Gründe dafür darlegen. Wenn Sie mir gelauscht hätten, dann hätten Sie vielleicht den Kernpunkt meiner Rede verstanden. Worthülsen bringen uns nicht sonderlich viel, wenn wir Landtag über Vielfalt, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe sprechen, während die betroffenen Eltern, die ihr eigenes Leben opfern, in diesem Land bzw. in unserem Bundesland am Ende des Tages mit irrsinnigen Dingen konfrontiert werden. Sprechen Sie einmal mit den Menschen, die zu Hause die entsprechenden Aufgaben zu bewältigen haben. Sie werden feststellen, dass ihnen diese Worthülsen am Ende des Tages egal sind. Ich bin die Letzte, die auch nur im Ansatz dagegenstimmen würde, wenn es darum geht, rollstuhlgerecht oder vor allem in der Schule auf eine vernünftige Infrastruktur zu bauen. Wer könnte da dagegen sein? (Thorsten Klute [SPD]: Was ist mit „Nachrich- ten für Idioten“, Maximilian Krah?) Es geht um die zentrale Frage, wo die heutige Debatte rund um die Inklusion gelandet ist. Man muss ehrlich sagen, dass sie teilweise völlig weltfremd und an der Lebensrealität der Menschen mit Hilfebedarf und mit Behinderung vorbei geführt wird. Wir haben in unseren eigenen Reihen selbst Mitglieder mit Inklusionsbedarf, die berichten, dass die Debatten, wie sie die Regierungsparteien teilweise im Überfluss führen, überhaupt nicht auf ihre Lebensrealität zutreffen. Deswegen möchte ich gerne weiter ausführen. Wenn wir über Lebensrealität sprechen, dann sollten wir noch einen weiteren Aspekt ansprechen: die Verhinderungspflege. Fragen Sie die Betroffenen doch einmal, wie leicht es in Nordrhein-Westfalen ist, die Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen und ob man überhaupt etwas Passendes findet. Ich denke, da wird mir der Minister sicherlich recht geben. Das ist natürlich nicht nur dem Minister anzukreiden, um Gottes willen, das ist eine größere Geschichte. Fakt ist jedoch, dass wir, wenn wir den betroffenen Menschen ernsthaft helfen wollen, die irrsinnigen Auflagen für diese Gruppe, die keinen Nerv hat, sich mit dem Wiegen von Pampers zu beschäftigen, völlig abschaffen müssten. Außerdem müssten wir als Gesellschaft endlich einmal anerkennen, dass es eine wahre Inklusion wäre, den Eltern eine vernünftige Verhinderungspflege an die Hand zu geben, damit sie einmal zwei Wochen lang aufatmen und im Leben vielleicht noch etwas wie Genuss verspüren können.

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