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Rainer Schmeltzer

10.10.2024 Sitzungen 18/77

Vielen Dank, Herr Schalley. – Für die Landesregierung spricht jetzt Ministerin Paul. Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute schon einmal über das wichtige Thema der Sprachförderung gesprochen. Eigentlich finde ich es ganz gut, dass die Sprachförderung und Ihre Wichtigkeit diesen Plenartag quasi einrahmen. Wenn wir dann an jeder Stelle in der Debatte schon weiter gekommen wären, wäre das auch gut. (Zuruf von Marcel Hafke [FDP]) Nichtsdestotrotz wird uns dieses Thema an vielen Stellen weiter beschäftigen, weil Sprache natürlich ein ganz entscheidender Baustein für gelingende Bildungsbiografien und für eine gesellschaftliche Teilhabe ist. Deswegen ist es so wichtig, dass wir bereits im System der frühkindlichen Bildung auf eine konsequente Sprachbildung setzen. Wir haben heute Morgen schon darüber gesprochen, dass wir in Nordrhein-Westfalen seit mittlerweile mehr als 10 Jahren auf ein sehr etabliertes, ein sehr gutes und ein fundiertes System der alltagsintegrierten Sprachbildung aufbauen können. Darüber hinaus haben wir natürlich weitere bewährte Projekte und Förderstränge wie im Bereich der Mehrsprachigkeit und der Familienbildung, „Griffbereit“ oder „Rucksack KiTa“, weil auch das ein Teil von ganzheitlicher Sprachbildung ist. Ja – auch darüber haben wir heute Morgen schon gesprochen –, die Landesregierung hat weiterhin die Sprach-Kitas nicht nur fortgeführt, sondern sie wird sie auch dauerhaft fortführen, genau wie auch die Plus-Kitas natürlich dauerhaft fortgeführt werden. Ja, richtigerweise werden wir auch darüber sprechen müssen, in welcher Art und Weise man diese Stränge noch besser zusammenführen kann, damit die unterschiedlichen Förderinstrumente, die wir im Bereich der frühkindlichen Bildung haben, mit Blick auf die Sprachbildung noch effizienter eingesetzt werden können. Bedarfsorientierte Fortbildung sowie die Rolle der Fachberatung sind beim Thema „Sprachbildung“ von besonderer Wichtigkeit, um die Qualität sicherzustellen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis 10.10.2024 setzen wir auf bewährte Konzepte und deren passgenaue Weiterentwicklung. Auch darüber haben wir bereits heute Morgen intensiv diskutiert. Trotzdem will ich noch einmal darauf hinweisen, dass wir aus den Erkenntnissen der BeDo-NRW-Studie … Ich möchte übrigens noch einmal darauf hinweisen, Herr Kollege Hafke, dass das BeDo-NRW-Projekt das Projekt Ihrer damaligen Landesregierung gewesen ist. Ein gutes Projekt, nur mit den Ergebnissen hat man nichts gemacht. Wir haben also hier nicht einen neuerlichen Prüfauftrag, sondern das, was wir jetzt machen, ist, uns noch einmal die Ergebnisse der Studie anzuschauen und daraus abgeleitet in die Weiterentwicklung von Dokumentationspflichten zu gehen. Wir haben auch schon heute Morgen darüber diskutiert, dass es natürlich darum gehen muss, die Bildungs- und Entwicklungsdokumentation weiterzuentwickeln, um aus der Vielzahl der heute zur Verfügung stehenden Bildungs- und Entwicklungsdokumentationsmöglichkeiten schlankere Stränge zu bilden und diese von Aufwand zu entlasten. Aber noch einmal: Hier geht es nicht darum, auf Dokumentationen, die für die Entwicklungsstanderhebung, aber auch für die Bildungsstanderhebung wichtig sind, zu verzichten, sondern es geht darum, sich anzuschauen, an welchen Stellen durch bessere Rahmenvorgaben, Rahmenbedingungen, durch eine bessere Weiterentwicklung Dokumentationsaufwand reduziert werden kann, ohne aber die Qualität der Bildungs- und Entwicklungsdokumentation zu gefährden. Bezüglich der Entlastung der pädagogischen Kräfte will ich noch einmal darauf hinweisen, dass wir mit dem Kita-Helfer-Programm weiterhin sicherstellen, dass noch einmal Entlastung für das pädagogische Personal in die Kitas kommt. Auch hier streben wir die dauerhafte Verankerung im KiBiz an und haben die Einsatzmöglichkeiten mit Blick auf einfache Verwaltungstätigkeiten erweitert. Auch kommunale Sprachbildungsnetzwerke können und werden eine zentrale Rolle spielen. Diese Netzwerke möchten wir unterstützen und gezielt fördern, um eine ressortübergreifende Zusammenarbeit und das Verhältnis zwischen den verschiedenen Akteursgruppen gezielt zu gestalten. Unser Fokus liegt zum einen auf dem bedarfsorientierten Angebot von Fortbildungsmaßnahmen für das fachpädagogische Personal vor Ort, und zum anderen sollen niedrigschwellige, alltagsintegrierte Angebote die Kinder mit Sprachförderbedarf und Familien mit Einwanderungsgeschichte frühzeitig an das Bildungssystem heranführen und Benachteiligungen abbauen. In diesem Sinne sollen diese Ansätze weiterentwickelt werden. Die Rolle der Kommunalen Integrationszentren wird in diesem Prozess von besonderer Bedeutung sein. Landtag Das heißt nicht, dass die Familienzentren nicht weiterhin ihre wichtige Rolle im System der Familienbildung, im System der frühkindlichen Bildung behalten. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass wir die Familienzentren noch einmal gezielt qualitativ weiterentwickeln werden, um Kinder zu unterstützen, um Familien ganz gezielt dort zu unterstützen, wo besondere Bedarfe bestehen. Mit diesen Maßnahmen setzt sich die Landesregierung für Chancengerechtigkeit und Teilhabe, für das Recht der Kinder auf Bildung und dafür ein, dass jedes Kind von Beginn an die bestmögliche sprachliche Förderung erhält. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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