Angela Freimuth
Vielen Dank. – Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der technologische Fortschritt insgesamt und die Digitalisierung und AI im Speziellen verändern unsere Arbeitswelt auf eine tiefgreifende und grundlegende Art und Weise. Die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt erfordern mehr denn je, einerseits auf sich verändernde Berufsanforderungen und andererseits auf Bildungsbiografien flexibel und zielgerichtet zu reagieren. Das verlangt Rahmenbedingungen, damit mehr Menschen Möglichkeiten für eine weitere Qualifikation neben dem bereits erlernten und ausgeübten Beruf eröffnet werden können. Der bereits heute dramatische Fachkräftemangel insbesondere in IT- und anderen MINT-Berufen gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft, somit unseren Innovations- und Industrie-Landtag standort und letztlich auch auf Chancen, auf Arbeitsplätze und Wohlstand. Bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels kommt der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems sicherlich eine entscheidende Rolle zu. Deswegen muss sichergestellt werden, dass auch Hochschulen unterschiedliche Wege der Qualifikation anerkennen – auch die der beruflichen Ausbildung. (Beifall von Dietmar Brockes [FDP]) Wir wollen Menschen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien in die Lage versetzen, sich weiterzubilden und zu spezialisieren, und zwar auch flexibel neben einer beruflichen Tätigkeit. Glücklicherweise wollen wir das in diesem Hohen Hause gemeinsam voranbringen. Es gibt unterschiedliche Autorenschaften für parlamentarische Initiativen mit genau diesem Ziel und Zweck. Wir Freien Demokraten unterstützen das Ziel, Nordrhein-Westfalen zum Bildungsland Nummer eins zu machen, wie es die Kolleginnen und Kollegen von CDU und Grünen in ihrem Koalitionsvertrag niedergelegt haben. Bislang bestand kaum bzw. keine Gelegenheit, die lediglich angekündigten Reformansätze der Koalition konkret zu diskutieren. Vielleicht ist das aber – das merken wir an den vielen Diskussionen bis hin zu den Fragen der Laufbahnverordnung und Ähnlichem, die wir im Zusammenhang mit den unterschiedlichen parlamentarischen Initiativen führen – in der Umsetzung nicht so einfach. Mit dem vorliegenden Antrag wollen wir den Fokus auf einen Bereich legen, bei dem wir konkret etwas unternehmen können: die Hochschulzugangsberechtigung für Operative Professionals nach DQR 6 vereinfachen. Wir alle wissen, dass bei einem Viertel aller Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Stellen in der IT unbesetzt bleiben, dass dort ein massiver Fachkräftemangel herrscht. Die öffentliche Verwaltung ist keine Ausnahme. Es gibt gleichzeitig hoch qualifizierte Praktiker, die daran verzweifeln, dass sie sich nicht weiterqualifizieren können, weil ihre duale Berufsaus- und -weiterbildung nicht für die Aufnahme eines Studiums anerkannt wird – jedenfalls nicht bei uns; bei unseren europäischen Nachbarn wird das in weiten Teilen anders gesehen. Auch private Bildungsanbieter eröffnen Möglichkeiten, aber nicht jeder möchte oder kann sich die Studiengebühren der privaten Hochschulen leisten. Deswegen wollen und müssen wir gemeinsam den Weg für hoch qualifizierte Praktiker ebnen, damit sie sich durch die Anerkennung ihrer praktischen und theoretischen Qualifikation flexibel weiterbilden können, und zwar auch durch die Nutzung digitaler Formate. Gerade im IT-Sektor können wir doch beobachten, dass viele die Möglichkeiten des digitalen 12.09.2024 neuen Arbeitens in besonderer Weise nutzen. Dort stehen wir einfach vor Herausforderungen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir im Gespräch mit den Partnern bei den Hochschulen, mit den Studienberatungen und Ähnlichen gemeinsam in diesem Parlament Möglichkeiten finden, um Wege aufzuzeigen, wie wir für die fachqualifizierten Praktiker nicht nur, aber insbesondere im IT-Bereich Möglichkeiten eröffnen, sich an einer unserer nordrheinwestfälischen Hochschulen weiterzuqualifizieren. Ich freue mich auf die Beratungen. Vielen Dank. (Beifall von der FDP)
