Lena Zingsheim-Zobel
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank für die Zwischenfrage. Ich finde, dass der Prozess des Dialoges an dieser Stelle nicht gescheitert ist, weil man im Gespräch miteinander war. Ja, es ist kein Landesausführungsgesetz herausgekommen, sondern es ist ein Erlass. (Zuruf von der SPD: Ah!) Aber Sie unterstellen uns und der Landesregierung, wir würden dann einfach gar nichts mehr machen. – Wir bauen weiter aus. Es ist nicht so, dass wir beim Ganztagsausbau nicht voranschreiten. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Wenn, dann ma- chen das die Kommunen!) Für das kommende Jahr sind 50.000 Plätze angesetzt worden, in diesem Jahr sind es 38.000. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Deren Betriebs- kosten ihr finanzieren wollt!) – Herr Maelzer, wenn Sie etwas sagen möchten, dann können Sie sich melden. Ansonsten würde ich jetzt gerne weiter ausführen. Vielen Dank. (Beifall von den GRÜNEN) Ja, die bittere Wahrheit ist gerade, dass wir uns Qualität und einen quantitativen Ausbau, (Zuruf von der SPD) wie wir es uns wünschen würden und was auch wichtig wäre, in dem Maße nicht leisten können. Das ist bitter. Mit Sicherheit würden wir alle sagen, eigentlich wäre beides sinnig und sinnhaft, aber der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz richtet sich eben an einen Ganztagsplatz. Deswegen müssen wir erst mal in den Ausbau investieren. Alles andere wäre gerade wirklich nicht gut. Den Ausbau machen wir in dem Wissen, dass es vor Ort Unterschiede gibt, aber auch in dem Wissen, dass wir eine gute Trägerlandschaft haben. Von der Opposition wurde eben das Bild gezeichnet – darauf weise ich noch mal hin –, dass die Kinder nach der Schule oder nach dem Unterricht in die OGS gehen und dann eigentlich nur noch Däumchen drehen und die Träger, die Fachkräfte, die vor Ort Grandioses leisten und sich um eine gute Rhythmisierung und um gute Ganztagsangebote bemühen, einfach nicht da sind. (Andrea Busche [SPD]: Bemühen tun Sie sich, ja!) Man muss noch mal sagen, dass es durchaus auch gute Ganztagsplätze gibt. Liebe SPD, in Ihrem Antrag weisen Sie richtigerweise auf eine gute Rhythmisierung hin. Aus Familienperspektive ist es doch so, dass berufstätige Eltern ganz schön zu tun haben, wenn sie den Hobbys der Kinder, der Besorgung von Schulmaterial und Landtag vielem Weiteren gerecht werden müssen, während sie eigentlich im Homeoffice arbeiten. Wir wollen für unsere Schülerinnen und Schüler ein Ganztagssystem, das Kultur, Sport, Freizeit, Lernen und Spaß miteinander verbindet, und ein Schulsystem, das alle Expertise rund um die Kinder bündelt und miteinander vernetzt. Deshalb bin auch ich ein großer Fan von Familiengrundschulzentren. Wir sollten zusehen – das sagte auch die Ministerin –, dass wir Kita und Schule noch enger miteinander verzahnen. Ganztag kann da anpacken und die Ressourcen für die Kinder genau steuern. Ein Satz zum Sprach-Screening: Nicht mehrere Sprachscreenings miteinander zu verknüpfen, wäre falsch. Das Sprachscreening, das Ministerin Feller angekündigt hat, weist aber die Besonderheit auf, dass nach diesem Sprachscreening eine passgenaue Förderung vorhanden ist, die die Lehrkräfte und die Eltern weiter nutzen können. Ich finde es richtig, dass man da weiterdenkt. (Zuruf von Frank Müller [SPD]) – Ganz schön aufgeheizt ist diese Debatte. (Andrea Busche [SPD]: Zu Recht! – Kirsten Stich [SPD]: Ja, weil es um etwas geht!) Ich möchte, dass wir die Schnittstellen zwischen Kita und Schule enger verknüpfen und die Übergänge noch einmal in den Blick nehmen. Das werden wir tun. Auch aus schulpolitischer Perspektive freue ich mich deswegen auf die weitere Debatte.
