Lena Zingsheim-Zobel
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Zwei meiner drei Kinder sind im Kindergarten. Meine Kleinste kennt dieses Parlament ziemlich gut. Bei aller Unvereinbarkeit von Politik und Familie können wir uns sehr viel Flexibilität herausnehmen, und ich habe Familie und Freunde, die mitziehen, die das Betreuungsnetz mitstricken. Ich bin ziem-Landtag lich privilegiert. Meine Situation spiegelt bei Weitem nicht die mehrheitliche Lebensrealität wider, die noch viel härter sein kann. (Zuruf von Dr. Dennis Maelzer [SPD]) Gleichzeitig bin ich froh, dass meine Kinder noch im Kindergartenalter sind, denn sobald die Schule losgeht, kann das auch anders aussehen. (Zuruf von der SPD) Da kann es vorkommen, dass die Erstklässlerinnen bereits um 11:50 Uhr auf dem Schulhof stehen und abgeholt werden wollen. Familien – meistens die Mütter –, die ihren Job herunterfahren müssen, um ihre Kinder mittags abzuholen – (Zuruf von Marcel Hafke [FDP]) das kann und darf so nicht stehen bleiben. (Marcel Hafke [FDP]: Ja, so ist das!) Es ist klar: Dafür brauchen wir den Ganztag und den Dialog mit allen. Ich finde es, liebe SPD-Fraktion, schon spannend, dass Sie in dem einen Moment sagen, endlich müsse Jugendhilfe und Schule miteinander verzahnt werden, miteinander arbeiten, und im nächsten Moment kritisieren Sie genau diesen Prozess, den die beiden Ministerinnen miteinander erarbeitet haben. (Beifall von den GRÜNEN – Dr. Dennis Mael- zer [SPD]: Ja, weil genau das doch nicht pas- siert!) Es ist deshalb gut und richtig, dass wir in Nordrhein-Westfalen am Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz festhalten. Bereits seit letztem Herbst liegt die Förderrichtlinie zum Ausbau vor.
