Frank Müller
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn man aus Broschüren zitiert, dann sollte man es in der Regel richtig und vollständig tun. Dafür ist die Redezeit nicht ausreichend, denn es ist eine sehr lange Broschüre, die sehr intensiv auf frühkindliche Sexualpädagogik eingeht und ein Ratgeber für Eltern ist. Dort steht aber unter anderem – ich glaube, auch das muss man der Öffentlichkeit einfach einmal vortragen –: „Doch bevor die kindliche Sexualentwicklung genauer beschrieben werden soll, ist es wichtig, ‚kindliche Sexualität‘ deutlich von der ‚erwachsenen Sexualität‘ abzugrenzen.“ Landtag Das hat meine Kollegin Nina Andrieshen schon erläutert. „Fest steht: Beide sind grundsätzlich verschieden. Kinder haben unbestritten gleiche oder ähnliche körperliche Reaktionen […]. Aber Kinder schreiben diesen Erlebnissen eine ganz andere Bedeutung zu als Erwachsene. Für sie sind sie einfach Teil einer körperlichen Erfahrung.“ Dann gibt es einen Hinweis – aber vielleicht haben Sie es mit Randnotizen nicht so –: „Der Umgang des Kindes mit seinem Körper und seinen Bedürfnissen ist spielerisch, spontan, neugierig und unbefangen. Erwachsene reduzieren Sexualität oft aufgrund bestimmter Fantasien oder ‚Drehbücher‘ auf das weite Feld des Geschlechtsverkehrs.“ Mir wird übel, wenn ich an Ihre Fantasien denke, (Beifall von der SPD, der CDU, den GRÜNEN und der FDP) denn nur so ist es zu erklären, dass Sie Ihre kruden Fantasien (Beifall von der SPD, den GRÜNEN und der FDP) auf die tägliche wichtige Arbeit unserer Erzieherinnen und Erzieher und der pädagogischen Fachkräfte in den Kitas übertragen. Das mag für Sie alles ein lustiges Spiel sein, aber was macht das mit Fachkräften, die Bedrohung ausgesetzt sind, die sich teilweise monatelang krankmelden müssen, weil sie von irgendwelchen Fanatikern mit ihren kruden Spinnereien bedroht werden? Sie haben den Nährboden bereitet, Kolleginnen und Kollegen: Schämen Sie sich, schämen Sie sich. (Beifall von der SPD, der CDU, den GRÜNEN und der FDP)
