Ina Brandes
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir alle sind uns einig: Gute Pflege sicher-Landtag zustellen, gehört zu den großen Aufgaben für die kommenden Jahrzehnte. Dafür brauchen wir moderne, wissenschaftlich fundierte Ausbildungskonzepte sowohl im akademischen als auch im nichtakademischen Bereich. Mein Haus arbeitet deshalb mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales an einem Konzept zur Stärkung der akademischen Pflegeausbildung. Dieses Konzept soll die Auslastung bestehender Studiengänge, den Ausbau von Pflegestudiengängen sowie die Erhöhung der Akademisierungsquote insgesamt in der Pflegepraxis fördern. Das ist nicht Aufgabe einer einzelnen Einrichtung, sondern alle Institutionen und Akteure, die in diesem Bereich tätig sind, werden sich an der Lösung dieses großen Problems beteiligen müssen. Dazu zählen das Land, die Hochschulen, die Handelnden in der Pflege, die Träger. Wir werden gemeinsam daran arbeiten müssen, eine gute Lösung für diese Aufgabe zu finden. Mit der von mir angesprochenen engen und bereits sehr konkreten und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen dem Wissenschafts- und dem Gesundheitsministerium haben wir schon jetzt die notwendige Grundlage dafür geschaffen. Seit der Gründung des Instituts für Pflegewissenschaft in Bielefeld im Jahr 1995 haben sich die Pflegeforschung und die akademische Pflegeausbildung an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und den Universitäten deutlich weiterentwickelt. Das ist zu Recht schon angesprochen worden. Weitere Institute wurden an den Universitäten und an den Hochschulen des Landes etabliert und sind mittlerweile fester Bestandteil der hochschulischen Strukturen. Die Entscheidung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die Förderung des Instituts für Pflegewissenschaft zu beenden, schwächt den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen somit nicht. Im Rahmen der Forschungsfreiheit und der Hochschulautonomie liegt die Entscheidung, ob das Institut an der Universität weitergeführt wird, bei der Universität Bielefeld. Sie verfügt über große gesundheitswissenschaftliche und biotechnologische Schwerpunkte im Bereich der Lebenswissenschaften. Sie verfolgt seit Jahren eine sehr erfolgreiche, interdisziplinäre und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit, in die nun auch die neue Medizinische Fakultät eng eingebunden wird. Gemeinsam mit weiteren regionalen Partnern wie beispielsweise Hochschulen und Forschungseinrichtungen und der Medizinischen Fakultät OWL will die Universität eine Modellregion für Prävention und Gesundheitsforschung entwickeln, und sie tut dies aktuell auch sehr erfolgreich. Um eine qualitativ gute pflegerische Versorgung der Bevölkerung langfristig zu sichern, braucht es solche ganzheitlichen Konzepte für gute Forschungs- und 11.09.2024 Ausbildungsbedingungen im ganzen Land in den Gesundheitsfachberufen und speziell in der Pflege. Hieran arbeitet die Landesregierung schon jetzt intensiv und wird dies auch in Zukunft mit Erfolg weiterhin tun. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
