landtag.nrw.de ↗

Christof Rasche

12.06.2024 Sitzungen 18/67

Für die Landesregierung hat nun Ministerin Silke Gorißen das Wort. Bitte sehr. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Wie viel Cannabis muss man nehmen? – Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Lehnt er doch auch ab!) Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Wollen wir mal nach der letzten Rede zur Sachlichkeit zurückkehren. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Ich kann wirklich nur hoffen, dass sich die Mitarbeiter unserer Forschungsstelle eine solche Rede nicht anhören, denn das haben sie wahrlich nicht verdient. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Wenn ich mir vor Augen führe, wie viel Fachlichkeit und wie viel Herzblut für die Aufgaben dort vertreten sind, fehlen mir wirklich die Worte, um überhaupt noch kommentieren zu können, was wir gerade gehört haben. (Beifall von der CDU) Das Verständnis über den Umgang mit und unser Verhalten zu Wildtieren nimmt in der Breite der Öffentlichkeit durchaus ab. Die verschiedenen Perspektiven auf das Thema „Wildforschung“ sowie Beratungen und Schulung sind vielfältig. Wir haben es – das kam gerade schon zur Sprache – mit dem Vorrücken von Wildtieren in unsere Städte hinein zu tun, verbunden mit den damit einhergehenden Herausforderungen, aber natürlich auch mit dem Erreichen von angepassten Wildbeständen für die Wiederaufforstung eines klimastabileren Waldes oder auch mit der Begrenzung von Wildschäden in der Landwirtschaft. Zugleich muss man einräumen, dass wir alle zum Beispiel mit unserer Freizeitnutzung unmittelbar auf die Lebensraumnutzung von Wildtieren einwirken. Wir in NRW waren mit die Ersten, die eine staatliche Forschungseinrichtung geschaffen haben. Gegründet in den 1950er-Jahren wurde die ursprüngliche Forschungsstelle für Jagdkunde im Jahr 1976 als Einrichtung des Landes in die staatliche Hoheit überführt. Dadurch konnten wir die Effizienz der Einrichtung steigern, die berufliche Sicherheit der Mitarbeitenden erhöhen und nicht zuletzt auch den stetig Landtag wachsenden Arbeitsplan mit den notwendigen Ressourcen hinterlegen. Über die Jahre wurde der Aufgabenkatalog ausgehend von alleinigen Aufgaben für die Jägerschaft kontinuierlich bis zum heutigen Dreiklang aus Beratung, Forschung sowie Aus- und Fortbildung hinsichtlich der Lebens- und Umweltbedingungen des heimischen Wildes erweitert. Ich habe mir natürlich selbst vor Ort ein Bild von der hervorragenden Arbeit der Forschungsstelle gemacht. Für die Landesregierung steht außer Frage, dass wir die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung, das wildbiologische Kompetenzzentrum in Nordrhein-Westfalen, weiterhin stärken und dazu stehen. Das ist gut und soll auch so bleiben. Die Landesregierung spricht sich im Rahmen der anstehenden Umstrukturierung des Landesamtes weiterhin klar für den Standort in Bonn aus. Wir geben damit Planungssicherheit für die Mitarbeitenden vor Ort. Wie in dem vorliegenden Antrag beschrieben, sehen auch wir eine große Chance in der räumlichen Nähe zu den vielen wissenschaftlichen Einrichtungen in Bonn und in den umliegenden Städten. Dieses Potenzial soll zukünftig noch stärker genutzt werden, um Synergien zu heben. Selbiges gilt auch für die verstärken Kooperation mit anderen Bundesländern, denn Wildtiere halten sich bekanntlich nicht an regionale Einteilungen. Wir können schon heute auf eine sehr gute Vernetzung unserer Forschungsstelle zurückgreifen. Auch die im Antrag eingeforderten Anpassungen an die wachsende Bedeutung der Aufgaben haben wir bereits angestoßen. Zukünftig werden wir die etablierte Abkürzung FJW zwar erhalten, wir wollen aber die breiteren Aufgaben auch im Namen deutlicher machen und die FJW in „Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement“ umbenennen. Zum Management von Wildtieren gehört neben der Forschung und dem Umgang mit Populationsgrößen natürlich auch die Berücksichtigung gesellschaftlicher Belange in Bezug auf Wildtiere. Meine Damen und Herren, wir haben die Wildtierforschung im Fokus und werden sie stärken und weiterentwickeln. Herzlichen Dank für den Antrag an die regierungstragenden Fraktionen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

Alle Reden von Christof Rasche Protokoll ↗