Gordan Dudas
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Trotz der Zunahme von Homeoffice ist der Weg zur Arbeit für viele Menschen auch weiterhin ein tägliches Ritual – wenn man das so sagen darf –, das zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Pkw oder mit Bus und Bahn zurückgelegt wird. Dabei spielen bei längeren Distanzen vor allem ÖPNV und SPNV sowie der eigene Pkw eine große Rolle. Doch wir kennen das: Der Umstieg vom Bus in die Bahn oder umgekehrt ist ein Problem, wenn die Taktung gering ist, die Wartezeiten lang sind oder durch Verspätungen der Anschluss verpasst wird. Als Pendler stehen wir zu den Stoßzeiten während der Fahrt mit dem Auto in die Nachbarstadt in der Regel im Stau. Nein, so sieht sicherlich kein guter Start in den Tag aus, ganz besonders nicht für diejenigen, die häufig aus kleineren Städten und Gemeinden in die Ballungszentren zur Arbeit pendeln und eben nicht schon vor der Haustür eine Haltestelle haben. Für eine Entzerrung und eine entspanntere Anreise kann daher der Umstieg vom Auto auf die Bahn an Park-and-Ride-Plätzen sorgen. Denn jedes Auto, 12.06.2024 das nicht in die Stadt einfährt, sorgt für geringere Verkehrsbelastung und damit auch für weniger Stau. Ja, es könnte für viele Menschen so einfach sein. Die Park-and-Ride-Anlagen müssen erreichbar und attraktiv, freie Parkplätze vorhanden sowie Sicherheit und Sauberkeit gewährleistet sein, damit das Auto oder das Fahrrad mit gutem Gefühl stehen gelassen werden kann. Das ist aber eben nicht immer der Fall. Auch viele weitere Aspekte müssen sichergestellt sein. Angefangen bei der Barrierefreiheit, Fahrradboxen für Umsteiger, Regenschutz und digitale Informationsangebote in Echtzeit zur Verfügbarkeit von Plätzen – all das sind wichtige Bausteine, die heute eben nicht überall verfügbar sind. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, auch viele von uns sind auf eine Anreise mit Bus und Bahn oder Pkw angewiesen, zumindest dann, wenn es in den Landtag geht. Natürlich kann ich jetzt keine spontane Umfrage im Plenarsaal dazu durchführen, wer heute Morgen mit dem Auto zu einem Park-and-Ride-Platz gefahren und dort in die Bahn umgestiegen ist. Vermutlich wird es jedoch nicht die Mehrheit gewesen sein; ich kann es für mich jedenfalls ausschließen. So geht es vielen Menschen im Land – auch denen, die grundsätzlich gerne auf die Bahn umsteigen würden. Warum ist das so? Bereits 2019 hat der ADAC einen Test durchgeführt und die Park-and-Ride-Plätze nach festen Kriterien getestet. Der ACE hat erst 2023, also im vergangenen Jahr, ebenfalls zahlreiche Park-and-Ride-Plätze gerade auch in NRW auf Herz und Nieren geprüft. Dabei ist rund ein Viertel der Park-and-Ride-Plätze durchgefallen. Zudem sind die Plätze recht unterschiedlich ausgestaltet und bedienen nicht immer das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen – kein Wunder also, dass viele von uns trotz der Ersparnis von Zeit und Geld Park-and-Ride-Plätze nicht zum Umstieg nutzen. Wenn wir von einer Verkehrswende sprechen, dann dürfen wir dabei nicht allein auf die statische Mobilität mit einem Verkehrsmittel schauen, sondern flexible Angebote ermöglichen, mit denen Menschen von A nach B fahren wollen. Nur so kann die Verkehrswende gelingen und Akzeptanz geschaffen werden. Wir müssen daher endlich einheitliche Standards definieren, die für Park-and-Ride-Anlagen in NRW mindestens erfüllt sein müssen. Ebenso müssen für passgenaue Lösungen auch die Verknüpfungen mit Mobilstationen vorangetrieben werden. Wo immer es geht, müssen Fahrradboxen für diejenigen vorhanden sein, die vom Rad auf die Bahn umsteigen wollen, und es müssen in einer fortschrittlichen Welt digitale Angebote bestehen, die die Verfügbarkeit und Auslastung der Anlagen vor und während der Anreise ausweisen. Wir haben hierzu vor knapp drei Monaten eine informative Anhörung gehabt, bei der viel Sachverstand Landtag eingeflossen ist. Neben der Notwendigkeit gut ausgebauter und sicherer Park-and-ride-Anlagen ist dabei deutlich geworden, dass man abhängig von Standort und Trägerschaft verschiedene Herangehensweisen wählen kann, um hier Verbesserungen zu schaffen. Ich lade Sie daher ein, dass wir bei den anstehenden Beratungen konstruktiv und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wir als SPD haben heute hier einen ersten Aufschlag gemacht und hoffen, damit einen Impuls gesetzt zu haben, der nicht das letzte Wort sein soll. Für weitere Anregungen und gute Ideen Ihrerseits sind wir offen und auch dankbar. Vielleicht gelingt es uns ja, gemeinsam ein Konzept für die Zukunft der Park-and-ride-Parkplätze in NRW zu entwickeln. Ich freue mich daher auf die Beratungen im Ausschuss. Lassen Sie uns zusammen dafür sorgen, dass der Start in den Arbeitstag für viele Menschen in NRW besser wird. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD)
