Yvonne Gebauer
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wie ähnlich wir kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher ticken, können Sie daran erkennen, dass mein Eingangszitat hier gerade eben schon Einzug gefunden hat. (Heiterkeit) Lieber Herr Jablonski, herzlichen Dank, Sie haben mir den Einstieg vorweggenommen. Das soll aber meine Rede nicht schmälern, sondern das unterstützen, was meine Vorrednerinnen und Vorredner auch schon gesagt haben, nämlich dass die kulturelle Bildung Zugang zur kulturellen Teilhabe schafft und uns Menschen befähigt, am künstlerisch-kulturellen Geschehen unserer Gesellschaft, aber auch anderer Gesellschaften zu partizipieren. Wenn wir über die Chancen sprechen, die mit der kulturellen Bildung ohne Zweifel verbunden sind, dann mag die kulturelle Bildung manchem mitunter wie ein Allheilmittel für unsere Gesellschaft vorkommen – und ein Stück weit ist das auch so. Denn – auch das wurde schon gesagt – die kulturelle Bildung stärkt die Identitätsbildung, die kritische Reflexion. Sie fördert die persönliche und soziale Entwicklung und damit auch unseren so wichtigen sozialen Zusammenhalt. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der SPD und den GRÜNEN) Meine Vorrednerinnen und Vorredner haben über das Wie schon ausgeführt und auch die verschiedenen Programme erwähnt, die bereits Einzug in unsere Kitas und Schulen, aber auch in andere Institutionen gefunden haben. Damit haben wir sicher ein gutes Fundament, auf dem wir zwingend weiter aufbauen müssen. Denn um die kulturelle Bildung zu einem nachhaltigen Erfolgsmodell bei uns in Nordrhein-Westfalen zu machen, muss sie inner- und außerhalb von Schule einen festen Platz bekommen bzw. behalten, und zwar flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen. Herr Bialas hat das Thema „Schule“ schon angesprochen, das mir besonders am Herzen liegt. Vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf die Ganztagsbetreuung für die Grundschulkinder ab dem Jahr 2026 ist jetzt der zwingend richtige Zeitpunkt, um alle offenen Ganztagschulen zu einem Ort der kulturellen Landtag Bildung zu machen, und zwar nicht nach dem Zufallsprinzip oder dem Prinzip der Hoffnung, sondern verpflichtend, nachhaltig, qualitativ anspruchsvoll, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Denn – auch das wissen wir – es reicht nicht, Förderprogramme einmal aus der Taufe zu heben und sie anschließend sich selbst zu überlassen. Das kann gutgehen, aber es muss nicht gutgehen. Das sollte auch der Auftrag sein, den wir hier und heute fraktionsübergreifend mit dem vorliegenden Antrag und seiner Verabschiedung an die Landesregierung geben. Meine Damen und Herren, für uns Freie Demokraten hat die kulturelle Bildung in jeder und für jede Generation als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe seit jeher einen besonderen Stellenwert. Dieser Stellenwert hat in Zeiten von Corona gelitten. Nun gilt es, der kulturellen Bildung im Nachgang ihren Stellenwert wieder vollständig zurückzugeben. Die Aufholjagd nach den Monaten ohne kulturelle Begegnungen, ohne die Begeisterung für Tanz, Musik und Darstellende Künste durch Künstlerinnen und Künstler hat schon längst begonnen; das ist richtig. Sie ist aber noch lange nicht zu Ende. Auf Strecke zeigt sie uns sehr deutlich, wie wichtig weitere Anstrengungen beim ästhetischen und sozialen Lernen sind. Zum vorliegenden Antrag darf man sagen: Was lange währt, wird endlich gut. Hoffen wir, dass sich unsere richtigen Anstrengungen hinsichtlich einer gemeinsamen Linie zur Förderung der kulturellen Bildung für Jung und Alt im Sinne eines starken Zusammenhalts unserer Gesellschaft auch auszahlen werden. – Herzlichen Dank. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN)
