Christof Rasche
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Am vergangenen Dienstag haben wir hier im Landtag „125 Jahre Westdeutscher Fußball- und Leichtathletikverband“ gefeiert, eine tolle Veranstaltung mit tollen Reden. Unter anderem redete auch der Ministerpräsident Hendrik Landtag Wüst. Er sagte – Zitat –: Ich bin auch Sportminister, und das ist manchmal wichtiger, als Ministerpräsident zu sein. Der Ministerpräsident suggerierte damit den gesammelten Gästen, wie wichtig ihm der Sport sei, und auch, dass man sich auf ihn verlassen könne, allein schon durch den Vergleich „Sportminister ist wichtiger als Ministerpräsident“. Jetzt geht es darum, ob man Wort hält. Im Sport geht es nicht nur um Förderbescheide. Wenn ein Sportler zum anderen Sportler sagt: „Ich gebe dir mein Wort: Ich sorge dafür, dass es läuft.“, dann gilt das Wort. Das macht man in der Regel nicht schriftlich, sondern mit Worten, vielleicht sogar mit Handschlag, und dann steht man dazu. Am 15. Mai 2021 wurde entschieden, dass die – ich würde es einmal so benennen – Olympischen Spiele des Hochschulsports in Nordrhein-Westfalen stattfinden. Das war auch ein Erfolg der damaligen Koalition von CDU und FDP. Damals gab es die grundsätzliche Aussage, dass das Land sich wesentlich an der Finanzierung beteiligen und man alles dafür tun werde, dass die Sportstätten so hergerichtet würden, wie man sie für diese Spiele brauche. Das war eine grundsätzliche Aussage ohne jeglichen Förderbescheid. Bernhard, dass die Investitionen dann auch nachhaltig sein müssen, also nicht nur für dieses Sportereignis, sondern auf Dauer von Vereinen genutzt werden, ist selbstverständlich und auch hier in Duisburg gegeben. Das machen wir doch immer so. (Zuruf von Norwich Rüße [GRÜNE]) Jetzt stellt sich langsam die Frage – ich denke noch an das Programm „Moderne Sportstätte 2022“ –, wann dieses erfolgreiche Programm weitergeführt wird. Ich denke daran, dass es mittlerweile in vielen Vereinen, sogar in Outdoor-Vereinen wie Leichtathletik, Anmeldelisten für Kinder und Jugendliche gibt, weil die Möglichkeiten, den Sport auszuüben, begrenzt sind, weil die Sportstätten dafür nicht mehr ausreichen. Deswegen muss dringend etwas passieren. Wenn man dann wirklich als Regierung und Koalition sagt, man sei Partner des Sports, und man hat das Wort gegeben, dann darf es solche Wartelisten und Schlangen an Sportstätten nicht geben. Heute sind zwei Fragen ungeklärt. Es stehen noch Gespräche aus zwischen Berlin und Düsseldorf – oder umgekehrt. Ich hoffe, das ist von beiden Seiten keine Ausrede, sondern dass beide Seiten daran arbeiten, dass diese Probleme gelöst werden. Aber mit den Haushaltsberatungen 2025 und dem Haushalt selbst – machen wir uns nichts vor – stellt sich auch die Frage: Ist diese Koalition in Nordrhein-Westfalen immer noch der Partner des Sportlandes Nummer eins, nämlich Nordrhein-Westfalen, oder ist sie es nicht mehr? Ich bin gespannt. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP) 17.05.2024
