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Marcel Hafke

FDP 22.03.2024 Sitzungen 18/60

Herr Kollege Schalley, ich finde das eine maßlose Unterstellung. Die Erzieherinnen und Erzieher in Nordrhein-Westfalen machen einen großartigen Job dabei machen, sich um die Kinder zu kümmern. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN) Nirgendwo kommt ein Kind in eine gefährliche Situation. In den Einrichtungen, in denen ich unterwegs 22.03.2024 war – das sind in den letzten 14 Jahren viele gewesen –, kümmern sich alle Erzieherinnen und Erzieher, die vor Ort sind, um die Kinder. Wenn aufgrund eines Krankheitsstands eine gefährliche Situation besteht, dann gibt es eben eine Notbetreuung, oder Einrichtungen müssen teilgeschlossen oder geschlossen werden. Das ist die Konsequenz daraus. Aber die Lösung dessen kann nicht sein, dass die Kinder zu Hause betreut werden und gesagt wird, es wäre gesundheitsgefährdend, seine Kinder in eine solche Einrichtung zu schicken. Das ist wirklich eine bodenlose Unterstellung, und das ist auch nicht richtig. (Zuruf von Zacharias Schalley [AfD]) Das ist reiner Populismus, den Sie hier mal wieder an den Tag legen. Es ist kein Lösungsansatz, und deswegen verwehre ich mich dagegen. (Beifall von der FDP) Die AfD spielt sich in diesem Parlament immer wieder als die eigentliche Wirtschaftspartei auf, verkennt dabei aber, dass mit diesen Vorschlägen dafür gesorgt wird, dass der Fachkräftemangel in der Wirtschaft weiter zunimmt, weil Frauen einfach nicht arbeiten gehen können. Wir haben so viele hochqualifizierte Frauen in unserer Gesellschaft, die arbeiten gehen müssen, weil wir uns das gar nicht anders leisten können. Die wollen Sie zu Hause an den Herd verbannen. Das ist eine Lebenseinstellung und Werteeinstellung, die wirklich in ein ganz anderes Jahrhundert – mittlerweile sogar Jahrtausend – gehört, also nicht mehr in diesen Debattenraum. (Vereinzelt Beifall von der FDP) Ich will die weitere Redezeit dafür verwenden, deutlich zu machen, was man machen müsste, um die Situation zu verbessern. Meines Erachtens ist es wert, darüber zu sprechen. Ich glaube, wir brauchen eine vorgezogene KiBiz-Reform. Das haben wir hier mehrfach angesprochen. Es ist dringend notwendig, das Kinderbildungsgesetz an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Wir brauchen beim Thema „Aus- und Weiterbildung“ modulare Programme, damit Menschen qualifiziert werden. Wir brauchen Anreizprogramme, damit Menschen länger in dem Beruf verbleiben. Alltagshelfer müssen endlich im Gesetz verankert werden. Darüber hinaus brauchen wir dringend Verwaltungsfachkräfte, weil das die Träger und die Einrichtungen entlasten würde. Wir brauchen dringend multiprofessionelle Fachkräfte und Teams in den Einrichtungen. Wir brauchen weiterhin die praxisintegrierte Ausbildung, und die muss seitens des Landes entsprechend unterstützt werden. Wir müssen den Quereinstieg nicht nur für einzelne Berufsgruppen, sondern für alle Berufsgruppen ermöglichen. Das gilt auch für die pädagogische Aus-Landtag bildung. Weiterhin ist es notwendig, die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen von Fachkräften zu vereinfachen, damit hier entsprechend gearbeitet werden kann. Absolut notwendig ist, dass auch für diese Legislaturperiode eine Platzausbaugarantie gilt, und zwar unter Berücksichtigung der Kostensteigerungen, was natürlich angesichts der aktuellen Baupreise essenziell ist. Über diese Vorschläge hätte man diskutieren können. Die AfD bedient sich hier jedoch wieder alten Rollenbildern. Auf den Populismus gehen wir nicht ein. Wir werden den Antrag natürlich in den Ausschuss überweisen, aber da entsprechend ablehnen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)

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