Rodion Bakum
Jetzt nicht, nein. Ich führe erst mal aus, denn ich möchte mich auf Dr. Vincentz beziehen, der leider gerade nicht mehr im Plenarsaal ist. Er hat zum Thema „Darmkrebs“ promoviert. Ich weise nur – das können Sie Ihrem Vorsitzenden gerne weitertragen – auf einen Report im Lancet hin – eine Zeitschrift, die sehr anerkannt ist, ich hoffe, auch bei Dr. Vincentz –, der zu Darmkrebs und Klimakrise festgestellt hat, dass wir hier aufgrund der Zunahme Landtag von Luftverschmutzung und Ernährung, UV-Strahlung, hitzebedingtem Bewegungsmangel einen eindeutigen Zusammenhang haben. Ich darf also Dr. Vincentz raten, öfter wissenschaftliche Publikationen zu lesen und sich weniger „Einer flog über das Kuckucksnest“ anzusehen. (Beifall von der SPD und Susanne Schneider [FDP]) Mit Erlaubnis des Präsidenten zitiere ich aus dem Buch „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ von Dr. Eckart von Hirschhausen aus dem Kapitel „Mein Traum 2050“: Statt nach Mallorca zu fliegen, haben wir Deutsche den Spanier in uns entdeckt und uns ein paar Vorzüge der mediterranen Lebensweise angeeignet. Siesta, das ist doch herrlich. Oft kommen jetzt Spanier nach Deutschland, um sich hier zu erholen. Gerade die großen Naturschutzgebiete rund um die zusammenhängenden Waldflächen vom Schwarzwald bis Mecklenburg-Vorpommern und all die renaturierten Moore sind echte Publikumsmagnete. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, was wie ein Werbeblock für einen zweiten Nationalpark in NRW klingt, ist vielmehr eine realistische Vision, wie wir die Klima- und Gesundheitskrise positiv für uns nutzen können. Wir werden unser Arbeits- und Gesundheitsverhalten anpassen, auch wenn die Landesregierung dies nicht aktiv gestalten will. Die dezimierten Reihen der Landesregierung zeigen uns gerade: Die Siesta wird früher kommen, als wir alle glauben. Die Landesregierung könnte die Klimagesundheit sofort stärken, wenn sie das Wort „Gesundheit“ mehr als einmal in das Klimaanpassungsgesetz schreiben würde, das Wort „Klima“ wenigstens einmal in das Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst von NRW schreiben würde, das neue Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz mit mehr als 32 Millionen Euro jährlich ausstatten würde, um besser über Klimagesundheit informieren zu können, flächendeckend Trinkwasserbrunnen, Sonnencremespender, kostenfreies gesundes Mittagessen – wir hatten es gerade – und ein landesweites Hitzeschutztelefon fördern würde. Mensch, NRW! Wir könnten es so schön haben, wenn wir eine Landesregierung hätten, die sich kümmern würde. Ein gesundes NRW, ein gesunder Planet sind möglich. Ich möchte konkret aus der Antwort auf die Große Anfrage einige Projekte aufzählen, die laufen – wir erkennen das an –: ein Musterhitzeschutzplan, Klimaschutzmanager in Krankenhäusern, die Aufklärungskampagne „Klima-Mensch-Gesundheit“, Geschlechtergerechtigkeit in der Klimakrise, der Behördendialog „Gesundheit im Klimawandel“, eine umfangreiche Untersuchung zur Klimagesundheit im Projekt „Klim-GesundAkt“ und ein ministeriumsübergreifender Ansatz für Gesundheit in allen Politikfeldern. 20.03.2024 Das Schöne ist: Das alles sind Projekte der Bundesregierung, Herr Kollege Mostofizadeh. Ich darf mit Erlaubnis des Präsidenten aus der unveröffentlichten Passage aus dem Redemanuskript des Ministers Laumann zitieren: Ich danke der Bundesregierung, insbesondere dem Klimakanzler und seinem Klimagesundheitsminister, für diese weitsichtigen Entscheidungen. (Beifall von der SPD) Meine Damen und Herren, ich finde, Humor hilft auch beim Heilen. Wir Menschen können Wunder vollbringen: Jesus machte aus Wasser Wein, und der NRW-Gesundheitsminister kann aus Wein wieder Wasser machen. (Heiterkeit und Susanne Schneider [FDP] – Zuruf von Henning Höne [FDP]) – Das gefällt Ihnen, wunderbar. Wir können hier im Landtag von Nordrhein-Westfalen das Wunder vollbringen, nicht nur das Klima zu retten, sondern auch uns selbst. – Bleiben Sie gesund! (Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Ge- sundheit und Soziales: Aber ich mache es nicht!)
