Rainer Schmeltzer
Bitte, Herr Minister. Herbert Reul*), Minister des Innern: Erstens, Frau Abgeordnete, habe ich nicht gesagt, dass alles gut ist. Wo haben Sie das denn gehört? Ich habe das Problem überhaupt nicht kleingeredet. Zweitens habe ich auch nicht gesagt, dass alles schon erledigt sei und wir schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft hätten. Drittens habe ich nicht nur „Kurve kriegen“ genannt, sondern drei oder vier Maßnahmen, die wir mittlerweile ergreifen. Viertens habe ich Ihnen gesagt, wir brauchen noch weitere, zusätzliche Ideen. Ich glaube und hoffe, dass uns die wissenschaftliche Studie ein Stück helfen kann; denn man muss zielgenau arbeiten. Man muss die Ursachen kennen, um wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen. Wenn es zum Beispiel daran liegt, dass Kinder und Jugendliche über viele Jahre erzogen worden sind, ohne die Erfahrung zu machen, wie man mit Misserfolgen umgeht – Frustrationstoleranz sagt der Fachmann dazu –, dann könnte das eine ganz andere Konsequenz haben, als wenn es andere Gründe gibt. Es könnte zum Beispiel entscheidend sein, dass Gewaltdarstellungen im Internet und Spiele, die da stattfinden, Folgen in der Richtung haben, wie Kinder mit Gewalt umgehen, also dass das für sie kein Problem mehr ist, sondern ein Spiel. Könnte! Ich weiß das nicht. Aber eines ist klar: Wir müssen da viel tiefer schürfen. Im Moment setzen wir polizeiliche Maßnahmen, gesellschaftspolitische Maßnahmen und pädagogische Maßnahmen um. Die reichen offenkundig nicht aus. Unterstellen Sie mir bitte nicht, dass wir das Problem nicht sehen. Genauso wenig können Sie sagen, wir hätten nichts gemacht. Beides ist falsch. (Vereinzelt Beifall von der CDU und den GRÜ- NEN)
