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Yvonne Gebauer

FDP 25.01.2024 Sitzungen 18/55

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der heutige Ein- und gleichzeitig auch Ausstieg meiner Rede zum vorliegenden gemeinsamen Antrag könnte schlicht lauten: Ich schließe mich vollumfänglich den Ausführungen meiner Vorredner an. (Vereinzelt Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN) Das trifft zwar in der Sache zu, würde allerdings der Ernsthaftigkeit dieses wichtigen Themas, über das wir hier und heute sprechen, nicht gerecht werden. Das Lesen – als vielleicht zweitschönste Nebensache der Welt – verdient weitreichende Aufmerksamkeit und sicher auch breite Unterstützung. Daher erfahren Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch von mir und somit seitens der FDP-Fraktion dann doch einige wichtige Aspekte, die den vorliegenden Antrag stützen. Zunächst einmal möchte ich genau wie Herr Bialas und Herr Jablonski den Initiatoren dieses gemeinsamen Antrags danken: den demokratischen Fraktionen. Ich kann sagen: Dieser Antrag ist ein gutes Zeichen, sowohl für die kulturelle Bildung als auch für das wichtige Thema des lebenslangen Lernens. Meine Damen und Herren, Lesen bildet, Lesen vergnügt und, um es mit den Worten des französischen Philosophen und Schriftstellers Voltaire auszudrücken, Lesen stärkt die Seele. Ich finde das eine wunderbare Vorstellung: Lesen stärkt die Seele. – Ist es nicht das, was wir alle wollen und sicherlich auch brauchen, nämlich starke Seelen? – Starke Seelen für eine starke Gesellschaft. Eine auch wirtschaftlich starke Gesellschaft brauchen wir für einen starken Zusammenhalt, der uns wiederum einen starken Frieden sichern kann. Aber Lesen stärkt nicht nur die Seele. Lesen bedeutet auch Freiheit – die ganz persönliche Freiheit, aber auch die Freiheit eines ganzen Volkes. Denn wer lesen kann, ist in der Lage, sich selbst Wissen anzueignen. (Beifall von der FDP und Frank Jablonski [GRÜNE]) Wer lesen kann, ist nicht auf fremde Hilfe angewiesen, und wer lesen kann, ist frei in seinen Entscheidungen. Lesen ist eine unfassbar weitreichende Errungenschaft, die, wenn sie denn einmal gelernt ist, einem niemand mehr nehmen kann. Insofern ist die Tatsache – das ist schon angesprochen worden –, dass die Anzahl der Menschen in Deutschland, die nicht oder nicht ausreichend lesen Landtag können, steigt, eine besorgniserregende Entwicklung, die uns allen nicht gleichgültig sein darf. Wichtig dabei ist – wir stehen hier ja als kulturpolitische Sprecherinnen und Sprecher –: Wir müssen verstehen, dass die Leseförderung nicht ausschließlich ein bildungspolitisches Anliegen ist. Leseförderung genießt auch für die kulturelle Bildung einen herausragenden Stellenwert. (Beifall von der FDP, Jochen Ott [SPD] und Frank Jablonski [GRÜNE]) Was kann und was muss die Politik für diese wichtigen starken Seelen tun? Alle Initiativen, die sich der Vermittlung von Lesekompetenz und dem Fördern des Bewusstseins für die Bedeutung von Sprache und Literatur verschrieben haben, verdienen unsere Unterstützung. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie privat oder staatlich organisiert sind. Das betrifft somit den Ehrenamtler – ich nenne einmal den Lesermentor, die Lesementorin in den Schulen – genauso wie die fünf Literaturbüros, die wir hier in Nordrhein-Westfalen haben, oder ebenso die bereits angesprochene lit.COLOGNE, das größte europäische internationale Literaturfestival. Jede bzw. jeder, die bzw. der dabei hilft, die Freude am Lesen zu wecken und das Literaturinteresse zu stärken, ist eine helfende Hand für das Erstarken des Einzelnen und somit auch für das Erstarken unserer Gesellschaft. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der SPD und den GRÜNEN) Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach hat einmal gesagt: „Lesen ist ein großes Wunder“. Lassen Sie uns mit diesem gemeinsamen Antrag und dem damit verbundenen Auftrag an die Landesregierung noch viele große Wunder schaffen! – Herzlichen Dank. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN)

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