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Carlo Clemens

AfD 14.12.2023 Sitzungen 18/52

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Lehrermangel ist die große bildungspolitische Herausforderung, über die wir immer wieder debattieren. Nicht zuletzt angesichts der Ergebnisse der letzten PISA-Studie, über die wir heute Morgen gesprochen haben, muss man hier von einem Schlüsselberuf für die Zukunft unseres Landes sprechen. Dieser Wichtigkeit muss man deutlich mehr Rechnung tragen. Deswegen müssen wir an vielen Stellen ansetzen, um die Personalnot zu bekämpfen. Wir müssen uns auch die Lehrerbildung näher anschauen sowie die bestehende Lehramtsstruktur und Landtag auch die Ideen und Vorschläge dafür, wie wir die Lehrerbildung verbessern können. Die Kultusministerkonferenz hat sich erst vergangene Woche mit dem Thema befasst. Insofern ist der Zeitpunkt dieses Antrags der AfD sehr passend. Dass es Defizite in der hiesigen Lehrerausbildung gibt, lässt sich anhand von Zahlen ableiten. Die Zahl der Lehramtsabsolventen ist in NRW von 2011 bis 2021 um 9 % zurückgegangen. Überdurchschnittliche Rückgänge bei den Abschlüssen verzeichnen das Lehramt für Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen mit satten 25,5 % Rückgang und das Grundschullehramt mit 18,4 % Rückgang. Es gibt sie also genau dort, wo der Lehrermangel besonders ausgeprägt ist. Auch in absoluten Zahlen ist die Zahl der Studienanfänger im Lehramt – genau wie die Anzahl der Lehramtsabsolventen – insgesamt rückläufig. In der Lehrkräftebedarfsprognose des Landes NRW wird einleitend zwar betont, wie wichtig es sei, dass sich am Lehrerberuf Interessierte vor Beginn des Studiums über die zukünftigen Beschäftigungsaussichten in den einzelnen Lehrämtern und Schulformen informieren. Doch zwischen Jobperspektive und tatsächlichem Berufsantritt gehen zu viele junge Menschen verloren. Eine systematische, wissenschaftlich-empirische Begleitung von Studium und Vorbereitungsdienst bleibt aus. Über strukturelle Mängel in der Lehrerausbildung können wir nur mutmaßen, denn es gibt eben keine valide Datenbasis. So fragte die SPD-Fraktion in einer Kleinen Anfrage nach Studienabbrüchen in verschiedenen Phasen des Lehramtsstudienverlaufs, zum Beispiel bei etwaigen Aufnahmeprüfungen, während des Bachelorund Masterstudiums oder im Rahmen der verschiedenen Pflichtpraktika. In sämtlichen Bereichen lagen der Landesregierung keine landesspezifischen Daten der Hochschulen vor. Die Fragen blieben unbeantwortet. Wo keine Daten vorliegen, da können auch keine Daten in einen Reformprozess einfließen. So können wir dem Anspruch, die Lehrerbildung wissenschaftsbasiert zu verbessern, nicht gerecht werden. Auch Erkenntnisse und Erfahrungen der landesweiten Beratungsprojekte im Zusammenhang mit Studienzweifeln und Studienabbruch müssen über den herkömmlichen Schwund hinaus für das Lehramtsstudium datenschutzgerecht ausgewertet werden. Auch hier liegt ein wertvoller Datenschatz begraben, den es zu bergen gilt. Es ist immer einfach, mehr Lehramtsstudienplätze zu fordern. Doch die hohe Fluktuation während des Lehramtsstudiums ist ein Faktor, der in der Diskussion allgemein viel zu kurz kommt. So hat auch der Stifterverband auf den skandalös großen Schwund 14.12.2023 im Lehramtsstudium zwischen dem ersten Semester bis zum Ende des Referendariats hingewiesen. Die Zahl der Studenten dünnt sehr schnell aus. Ein Wechsel ins Lehramt zu einem späteren Zeitpunkt ist sehr umständlich. Beklagt werden große Forschungs- und Datenlücken für den gesamten Ausbildungsverlauf und fehlende Daten über Beweggründe, warum Lehramtsstudenten ihr Studium aufnehmen, abbrechen oder durchziehen. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK hat in diesen Tagen ihr Gutachten zu Lehrkräftegewinnung und Lehrkräftebildung herausgebracht. Dort fordert man nicht nur regelmäßigere Bevölkerungs- und Lehrerbedarfsprognosen, was NRW höchstens ansatzweise erfüllt. Gefordert werden dort ebenfalls präzise Daten zu Studien- und Ausbildungsverläufen bis hin zum Übertritt in den Schuldienst, eine systematische Veröffentlichung der Altersstruktur und der Zahlen bezüglich des Ausscheidens aus Alters- und anderen Gründen sowie statistische Daten zu Berufsverläufen im Referendariat und zum Übergang vom Vorbereitungsdienst in den Schuldienst. Diesen berechtigten Forderungen schließen wir als AfD uns an und beantragen deshalb, dass in Kooperation mit den Hochschulen ein wissenschaftliches Monitoring der Lehramtsstudiengänge in NRW aufgesetzt wird. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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