Rodion Bakum
Herr Präsident! Herr Zerbin, ich mache mir wirklich Sorgen um Ihre Studierenden. Sie sind Professor an der Northern Business School, die das Motto hat: Das Studium, das ins Leben passt. – Wie können Sie als Professor dieser Hochschule Anträge schreiben und hier Reden vortragen, die nicht ins Leben passen, vor allem die Ihrer eigenen Partei? Sie sprechen mit gespaltener Zunge. Ich gebe nur wenige Beispiele: Während Sie hier vorgeben, sich um Menschenrechte zu kümmern, ruft Ihr ehemaliger Landesvorsitzender, Rüdiger Lucassen, im Bundestag zum Schlachten auf, indem er der israelischen Armee im Krieg „eine gute Jagd und fette Beute“ wünscht. Gleichzeitig haben Sie einen sächsischen Kollegen, der aussichtsreich für das Europaparlament kandidiert, Siegbert Droese, der sagt: „Die deutschen Schreihälse, die nun die volle Härte im Gaza-Konflikt verlangen,“ sollten „mal anfangen, nachzudenken, und ab sofort leiser plärren.“ Zur gleichen Zeit versucht sich Ihr Bundesvorsitzender Tino Chrupalla als Diplomat, indem er die israelischen zivilen Opfer gleichwertig zu den getöteten Hamas-Terroristen als „Kriegstote“ entwürdigt. Und Ihr Fraktionsvorsitzender Dr. Vincentz hat es gestern im Stadtrat von Krefeld nicht einmal geschafft, einem Mahnmal gegen Rassismus, einer Gedenkstätte für NSU-Opfer, zuzustimmen. Haben Sie doch mal den Mut zur Wahrheit! Sie sind nicht nur eine Partei der Spalter. Sie sind vor allem eine gespaltene Partei. (Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Ver- einzelt Beifall von der CDU)
