Dr. Bastian Hartmann
Das habe ich so nicht behauptet. Ich will Ihnen aber etwas anderes sagen. Das Bild, das Sie zeichnen, ist falsch. Ich kann Ihnen gerne das wahre Bild, das echte Problem, das wir haben, erläutern. Das wäre ohnehin der nächste Absatz in meiner Rede gewesen. Vielen Dank dafür. Die Realität zeigt ein ganz anderes Bild. Wir sehen immer wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die außerhalb ihrer Lehrtätigkeit angegriffen werden. Das passiert zunehmend in sozialen Medien, äußert sich aber vermehrt auch in der analogen Welt. Wir reden über Hasskommentare, über Shitstorms, über Beleidigungen, über Anfeindungen und über Bedrohungen. In der Coronapandemie waren besonders Virologinnen und Virologen, Medizinerinnen und Mediziner davon betroffen. Seit Jahren trifft es Klima- und Umweltforschende oder Forscherinnen und Forscher der Gender Studies. Das ist die echte Bedrohung der Freiheit der Wissenschaft. Darüber sollten wir reden. Wir sollten auch darüber reden, dass solche Shitstorms, solche Attacken häufig aus genau den Kreisen kommen, aus denen Sie, liebe AfD, besondere Unterstützung erfahren. (Beifall von der SPD, der CDU und den GRÜNEN) Um den vielen zu helfen, die wegen ihrer Forschungsergebnisse von außen angefeindet werden, hat der Bundesverband Hochschulkommunikation vor Kurzem das Projekt „Scicomm-Support“ gestartet. Es gibt eine eigene Webseite, rund um die Uhr ein Krisentelefon und eine Anlaufstelle mit Beratung in psychologischer, juristischer und kommunikationsstrategischer Hinsicht. Für das echte Problem, das wir haben, gibt es also schon erste Lösungen. Bevor wir uns hier mit dem AfD-Gesetzentwurf beschäftigen, sollten wir viel lieber gemeinsam überlegen, wie wir von NRW diese Initiative stützen und an dem echten Problem weiterarbeiten können. Damit wäre den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf jeden Fall mehr geholfen als mit diesem Gesetzentwurf. – Vielen Dank. (Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Ver- einzelt Beifall von der CDU und der FDP) Landtag
